Gehen Handtücher im Trockner kaputt? (& 4 Tipps)

Gehen Handtücher im Trockner kaputt? (& 4 Tipps)

Handtücher sind sehr saugfähig und trocknen deshalb an der Luft nur langsam – der Wäschetrockner ist deshalb besonders hilfreich.

Doch stimmt es, dass Handtücher im Trockner schnell kaputt gehen?

Solange Ihre Handtücher aus 100% Baumwolle bestehen, sind sie in aller Regel problemlos für den Trockner geeignet.

Es gibt allerdings ein paar Ausnahmen und wichtige Aspekte, die Sie beachten sollten, um Ihre Handtücher nicht versehentlich zu ruinieren.

Was Sie über die Trocknereignung Ihrer Handtücher wissen müssen, erfahren Sie jetzt.

Gehen Handtücher im Trockner wirklich kaputt?

Für die Textilfasern von Handtüchern stellen Wäschetrockner natürlich eine gewisse zusätzliche Belastung dar – genau wie für alle anderen Textilien und Wäschestücke auch.

Schließlich beansprucht sowohl die heiße Trocknerluft als auch die mechanische Belastung der Trocknertrommel die Fasern von Handtüchern stärker, als es bei der Lufttrocknung der Fall ist.

Allerdings zählen die meisten Handtücher zu den Textilien, die problemlos maschinell getrocknet werden können.

Insofern ist die grundsätzliche Antwort eindeutig: die überwiegende Zahl der Handtücher geht nicht schnell im Trockner kaputt.

Tatsächlich ist es sogar so, dass Handtücher oft besonders vom Wäschetrockner profitieren, weil sie dadurch weich und flauschig werden (mehr dazu erfahren Sie hier).

Ob Ihre Handtücher im Trockner Schaden nehmen oder nicht, hängt in erster Linie von folgenden Faktoren ab:

  • Textilart
  • Qualität des Handtuchs
  • Alter & Zustand des Handtuchs
  • Ihrem Trocknertyp
  • dem gewählten Trocknerprogramm

Allen Punkten voran ist entscheidend, dass Sie nur geeignete Handtücher in Ihren Trockner geben und das passende Programm auswählen (mehr dazu weiter unten).

Sollten Sie das berücksichtigen, können Sie Ihre Handtücher bedenkenlos in den Wäschetrockner geben.

Welche Handtücher vertragen den Trockner gut?

Handtücher aus 100% Baumwolle sind unbestreitbar am besten für den Trockner geeignet.

Weil Baumwolle extrem saugfähig und zudem sowohl heiß waschbar als auch trocknerbeständig ist, bietet sich kaum ein anderes Material besser für den Einsatzzweck von Handtüchern an.

Praktisch kein anderes Material – egal, ob Naturfasern oder Kunstfasern – ist besser für die trockene Hitze von Wäschetrocknern geeignet.

Es gibt zwar auch andere Naturfasern, die genauso oder noch widerstandsfähiger sind als Baumwolle – in erster Linie trifft das auf Leinen zu.

Allerdings hat Leinen bei all seinen Vorteilen die Schwachstelle, dass es keine trockene Hitze verträgt – im Gegensatz zu Baumwolle.

Generell sollten Sie sich nach den Anweisungen im Pflegeetikett Ihrer Handtücher richten – bei 100% Baumwolle werden Sie nahezu garantiert das Symbol der Trocknereignung vorfinden (ein Kreis in einem Quadrat).

Hinweis: am unempfindlichsten beim Waschen und Trocknen ist übrigens ungefärbte Baumwolle.

Bei gefärbter Baumwolle hingegen empfehlen die Hersteller oftmals geringere Wasch- und Trocknertemperaturen – allerdings nicht wegen der Baumwollfasern, sondern um die Farben zu schonen.

Warum gehen manche Handtücher im Trockner kaputt?

Obwohl die meisten Handtücher aus 100% Baumwolle bestehen, können Sie sich nicht automatisch darauf verlassen.

Prüfen Sie die Textilzusammensetzung deshalb stets im eingenähten Etikett oder schon vor dem Kauf.

Beispielsweise sind Mikrofaser-Handtücher fast nie aus Baumwolle, sondern praktisch immer aus Kunstfasern wie Polyester oder Polyamid.

Oft handelt es sich auch um ein Mischgewebe aus zwei synthetischen Textilfasern oder einem Baumwoll-Kunstfaser-Mix.

Wie auch immer die genau Zusammensetzung sein mag, bei Handtüchern aus Mischgewebe gilt stets: Vorsicht bei der Trocknereignung.

Kunstfasern sind nämlich bei Weitem nicht so hitzebeständig wie Baumwolle und nehmen bei zu hohen Temperaturen Schaden – sie können einlaufen, schmelzen oder ausleiern (mehr dazu hier).

Wenn das Trocknersymbol im Pflegeetikett durchgestrichen ist, sollten Sie die Handtücher vorsichtshalber nur an der Luft trocknen.

Weil Handtücher sehr saugfähig sind, dauert das aber oft relativ lange – wie Sie Ihre Wäsche auch drinnen problemlos trocknen, erfahren Sie übrigens hier.

Eng zusammen mit der Textilart hängt dabei auch das gewählte Trocknerprogramm – und nicht zuletzt auch, welchen Trocknertyp Sie haben (mehr dazu weiter unten).

Wie kann ich verhindern, dass Handtücher im Trockner kaputt gehen?

1. Textilart beachten

Die größte Gefahr, Ihre Handtücher zu ruinieren ist, sie ohne vorherige Prüfung der Materialart einfach in den Trockner zu stecken.

Vergewissern Sie sich also stets, woraus Ihr Handtuch besteht – in aller Regel können Sie das am eingenähten Etikett erkennen.

Dort finden Sie auch die Empfehlungen des Herstellers bezüglich der Trocknereignung – speziell dazu, ob das Handtuch gar nicht, bei mittlerer, oder bei hoher Temperatur in den Trockner darf.

Handtücher aus 100% Baumwolle können Sie praktisch immer bedenkenlos in den Trockner stecken.

Microfaser-Handtücher und solche aus Mischgeweben sind entweder gar nicht oder nur eingeschränkt trocknergeeignet.

2. Ihren Trocknertyp berücksichtigen

Moderne Wärmepumpentrockner arbeiten mit wesentlich geringeren Temperaturen (ca. 45°C) als Kondens- oder Ablufttrockner (80-125°C).

Deshalb sind sie wesentlich schonender zu allen Textilien, auch zu Handtüchern – egal aus welchem Material – brauchen jedoch etwas länger für den Trockenvorgang.

Der große Vorteil: aufgrund der geringen Temperaturen ermöglichen moderne Wärmepumpentrockner sogar die Trocknung von Textilien, die früher keinesfalls in den Trockner durften.

Dazu zählen beispielsweise empfindlichere Textilfasern wie Polyester, aus denen vor allem Microfaser-Handtücher oft bestehen.

Sollten Sie also einen Wärmepumpentrockner besitzen, sind Sie selbst bei bei Handtüchern aus Mischgewebe oder Microfaser nicht zwangsläufig auf die Lufttrocknung angewiesen.

In Kondens- oder Ablufttrockner sollten Sie Handtücher, die nicht aus 100% Baumwolle bestehen, aber keinesfalls geben.

Denn selbst in deren Schonprogramm ist das Risiko aufgrund der hohen Temperaturen sehr groß, dass Sie Ihre Handtücher beschädigen oder ruinieren.

3. Das richtige Trocknerprogramm wählen

Neben einem textilschonenden Trocknertyp ist auch die Auswahl des geeigneten Trocknerprogramms sehr wichtig.

Einige moderne Trockner haben mittlerweile sogar spezielle “Handtuch” Programme.

Bei Baumwoll-Handtüchern können Sie zwar eigentlich auch einfach das Standardprogramm “Baumwolle” wählen.

Noch sanfter zu den Handtüchern sind allerdings Schonprogramme – wenn Sie Platz auf der Wäscheleine haben, können Sie zudem eine gewisse Restfeuchte im Handtuch lassen und es an der Luft fertig trocknen lassen.

Ansonsten brauchen Sie sich aber auch bei der Einstellung “schranktrocken” keine Sorgen um Ihre Handtücher machen – so können Sie die Handtücher anschließend direkt in den Schrank legen.

Falls nicht unbedingt erforderlich, vermeiden Sie jedoch möglichst besonders intensive Optionen wie “extra trocken”.

Das belastet nämlich die Fasern nur unnötig und erhöht den Faserabrieb durch längere Trocknerzeit (mehr zum Problem der Flusenbildung erfahren Sie hier).

4. Handtücher nur flauschig machen

Wenn Sie besonders schonend mit Ihren Handtüchern umgehen wollen, aber dennoch nicht auf weiche, flauschige Handtücher verzichten wollen, haben Sie folgende Möglichkeit:

Lassen Sie Ihre nassen Handtücher nach der Wäsche zunächst auf der Leine oder dem Wäscheständer trocknen.

Wenn Sie sie dann im trockenen Zustand abnehmen, geben Sie die Handtücher einfach für ein paar Minuten in den Trockner, allerdings mit dem Programm “Lüften”.

Dadurch kombinieren Sie die Vorteile der extrem textilschonenden Lufttrocknung mit dem aufflauschenden Effekt eines Wäschetrockners (mehr dazu hier).

Was Sie über die Vorteile des Programms “Lüften” wissen sollten und wie Sie es optimal nutzen, erfahren Sie hier.

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