Ihr Schlafzimmer ist zu kalt? 8 wichtige Fakten (die Sie wissen müssen)

Ihr Schlafzimmer ist zu kalt? 8 wichtige Fakten (die Sie wissen müssen)

Wenn Sie sich in Ihrem Schlafzimmer zur Ruhe begeben, dann sollte die Umgebungstemperatur 20 Grad nicht überschreiten – ein kaltes Schlafzimmer ist nämlich für Ihren Schlaf gesund.

Die Heizung sollten Sie nach Möglichkeit in der Nacht während des Schlafens nur sehr zurückhaltend nutzen.

Allerdings ist ein zu kaltes Schlafzimmer ebenfalls ungesund, weshalb es unter Umständen sinnvoll sein kann, das Schlafzimmer auf einer niedrigen Stufe (nicht höher als 1 oder 2 am Thermostat) zu heizen.

Was Sie über zu kalte Schlafzimmer wissen müssen, erfahren Sie jetzt.

1. Ist ein kaltes Schlafzimmer gesund?

Kalt ist natürlich ein relativer Begriff und auch eine Frage der Definition, aber grundsätzlich lässt sich diese Frage mit einem Ja beantworten: Ein kaltes Schlafzimmer ist gesund.

Unter einem kalten Schlafzimmer verstehen Schlafexperten allerdings keine Minusgrade, die Sie unter der Decke bibbern lassen.

Als ideale Raumtemperatur für einen möglichst gesunden Schlaf gelten 18 Grad, wobei Abweichungen um 1 bis 2 Grad in beide Richtungen tolerierbar sind.

2. Ab wann gilt ein Schlafzimmer als zu kalt?

Auch wenn ein kaltes Schlafzimmer grundsätzlich gesund ist, können Sie es mit den niedrigen Temperaturen übertreiben.

Ein gesunder und erholsamer Schlaf ist ein Schlaf, während dem Sie weder schwitzen noch frieren.

Laut Dr. Peter Geisler, der als Schlafforscher am schlafmedizinischen Zentrum der Universität Regensburg tätig ist, hindert Kälte den Menschen am Einschlafen.

Als zu kalt wird im Allgemeinen eine Schlafzimmertemperatur von unter 16 Grad definiert.

Der Grund: Fällt die Umgebungstemperatur unter 16 Grad, ist unser Körper nicht mehr imstande, während des Schlafs seine eigene Temperatur zu halten, da sie dabei ohnehin normalerweise leicht absinkt.

Es gilt die Regel, dass am Tag und in der Nacht kein Raum Ihrer Wohnung kälter als 14 Grad sein sollte, wobei auch dieser Wert nach aktueller Rechtsprechung umstritten ist.

3. Was passiert, wenn ein Schlafzimmer zu kalt ist?

Ein zu kaltes Schlafzimmer kann verschiedene Auswirkungen auf den Menschen und seinen Schlaf haben.

Kalte Füße sorgen nicht nur für ein unangenehmes Gefühl, sie verhindern und erschweren auch das Einschlafen.

Ist es zu kalt, dann verkrampfen unsere Muskeln, wir beginnen zu zittern und können aufgrund der Anspannung nicht oder nur schwer einschlafen.

Die Schlafphase fällt dabei nicht tief aus, es kommt während der Nacht immer wieder zu ungewollten Unterbrechungen, die den Erholungswert des Schlafes mindern.

Wenn Sie morgens aufwachen und sich trotz der Nachtruhe müde und abgespannt fühlen, dann könnte das unter Umständen mit einer zu niedrigen Raumtemperatur zusammenhängen.

4. Sollte man Schlafzimmer nachts heizen?

Gerade im Winter, wenn es draußen so richtig kalt wird, liegt für viele Menschen der Gedanke nahe, die Heizung ordentlich aufzudrehen, um gegenzusteuern – schließlich soll die Wohnung nicht auskühlen und man möchte in der Nacht im Bett nicht frieren.

Dieser verständlichen Versuchung sollten Sie aber nicht uneingeschränkt nachgeben – zumindest sind beim Einsatz der Heizung einige Details zu beachten.

Eine Heizung macht die Luft im Schlafzimmer nämlich nicht nur warm, sondern auch trocken, und trockene Luft ist einem gesunden Schlaf enorm abträglich.

Während Sie schlafen, sollte die Heizung nach Meinung vieler Experten am besten gar nicht genutzt werden.

Das gilt allerdings nur, wenn die empfohlene Mindesttemperatur von 16 Grad in Ihrem Schlafzimmer nicht unterschritten wird.

Heizen Sie lieber rechtzeitig vor dem Schlafengehen, damit die angepeilte Umgebungstemperatur von 16 Grad erreicht wird, und drehen Sie die Heizung herunter, wenn Sie schließlich zu Bett gehen.

Auf keinen Fall sollten Sie bei geöffnetem Fenster heizen, weil die teure Energie so wirkungslos verpufft – das gilt auch und erst recht bei einem gekippten Fenster.

Anstatt immer gleich die Heizung einzuschalten, sollten Sie gerade im Winter bei geschlossenen Fenstern schlafen.

Empfinden Sie die Luft als zu stickig, sollten Sie vor dem Schlafengehen (oder auch untertags) kurz stoßlüften.

In der durch die Heizung ausgetrockneten Luft können sich Krankheitserreger leichter verbreiten, was auch damit zusammenhängt, dass die Schleimhäute austrocknen und so für Keime anfälliger werden.

Ist Ihr Schlafzimmer aber trotz all dieser Tipps und Maßnahmen während der Nacht zu kalt, sollten Sie die Heizung vorsichtig auf Stufe 1 oder 2 nutzen – Stufe 2 entspricht bei den meisten Heizungsthermostaten der empfohlenen Umgebungstemperatur von 16 Grad.

Auch wenn es ein wenig dauert, bis die Heizung ihre Wirkung zeigt: Höher sollten Sie den Thermostat nicht einstellen, weil eine zu warme und stickige Luft im Schlafzimmer Ihren Schlaf behindert.

Ganz aufs Heizen zu verzichten, ist bei einem dauerhaft zu kalten Schlafzimmer übrigens auch keine Lösung: In diesem Fall besteht gerade im Winter die Gefahr, dass Ihr Schlafzimmer auskühlt und sich gesundheitsschädigender Schimmel ausbreitet.

5. Schwitzt man nachts, wenn es zu kalt ist?

Obwohl das Schwitzen fast immer mit einer zu hohen Umgebungstemperatur in Verbindung gebracht wird, ist es tatsächlich so, dass auch ein zu kaltes Schlafzimmer die Schweißproduktion anregen kann.

Wenn Sie mit Nachtschweiß zu kämpfen haben, sollten Sie als Erstes die Raumtemperatur Ihres Schlafzimmers überprüfen.

Wichtig: Da Nachtschweiß auch andere, mitunter ernste Ursachen haben kann, sollten Sie bei einem anhaltenden Auftreten der entsprechenden Symptome und erfolgloser Temperaturkorrektur einen Arzt aufsuchen.

6. Das Schlafzimmer ist zu kalt – was tun?

Zu kalt ist ein Schlafzimmer nach allgemeinem Verständnis, wenn die Raumtemperatur unter 15°C fällt.

In diesem Fall sollten Sie unbedingt gegensteuern, um einen erholsamen und gesunden Schlaf zu gewährleisten.

Als erstes sollten Sie prüfen, dass Ihre Heizung nicht komplett abgedreht ist: stellen Sie Stufe 1 oder 2 am Thermostat ein und sorgen Sie auf diese Weise für die empfohlene Raumtemperatur aus.

Mitunter müssen Sie auch einfach die Heizkörper entlüften und gründlich reinigen, damit diese Ihre Wirkung voll entfalten können.

Zudem sind eine wärmere Decke und gegebenenfalls ein zusätzlicher Teppich möglicherweise eine gute Idee.

Allerdings ist das nur eine kurzfristige und oberflächliche Lösung, da das wärmere Bettzeug nur Sie selbst wärmt und nicht den Raum.

Gerade im Winter kann es auch hilfreich sein, bereits in der Heizphase vor dem Schlafengehen die Jalousien zu schließen – das spart auch Energie, weil weniger Wärme über die Fenster verloren geht.

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Heizkörper sich nicht in unmittelbarer Nähe von Möbeln befindet beziehungsweise durch Vorhänge verdeckt wird und so das ganze Schlafzimmer wärmen kann.

Überprüfen Sie außerdem die Dichtung Ihrer Türen und Fenster – auch auf diesem Weg kann Wärme verloren gehen.

Wenn Sie den Boden Ihres Schlafzimmers mit Teppichen oder Läufern auslegen, können Sie die Raumtemperatur erhöhen, ohne die Heizung höher drehen zu müssen.

7. Warum ist das Schlafzimmer trotz Heizung kalt?

Wenn Ihr Schlafzimmer trotz eingeschalteter Heizung einfach nicht ausreichend warm werden will und die Mindesttemperatur von 16 Grad dauerhaft unterschritten wird, dann kann das verschiedene Ursachen haben.

Fenster sind häufig für einen hohen Wärmeverlust verantwortlich – in einer durchschnittlichen Wohnung gehen rund 20 Prozent der Wärme durch Fenster verloren.

Möbel und Vorhänge können unter Umständen die von der Heizung abgegebene Wärme daran hindern, sich in dem gewünschten Maß auszubreiten.

Sind Fenster und Türen nicht ausreichend dicht, kann Wärme auf diesem Weg entweichen und zu einer ungewollt kalten Schlafzimmertemperatur führen.

Räume mit Außenwänden oder Wänden, die an einen Fahrstuhlschacht grenzen, neigen auch dazu, niedrigere Temperaturen aufzuweisen.

Möglicherweise ist auch der installierte Heizkörper zu klein für die Größe des Schlafzimmers (wie Sie die richtige Heizung für Ihr Schlafzimmer auswählen, erfahren Sie hier).

Ein zumindest kurzfristig eher schwierig zu behebender Faktor könnte auch eine fehlende Außendämmung des Gebäudes sein.

8. Wie kalt darf ein Baby-Schlafzimmer werden?

Es versteht sich von selbst, dass die für erwachsene Schläfer gültigen Rahmenbedingungen nicht in jeder Hinsicht und ohne Weiteres auf ein Baby übertragen werden dürfen.

Allerdings gilt auch für Babys: Ein gesunder Schlaf ist in einer eher kalten Umgebung besser möglich als in einem überheizten Raum – auch wenn die Eltern es gut meinen, wenn sie die Heizung anschalten.

Während die für ein Baby empfohlene Raumtemperatur am Tag 20 Grad beträgt, wird die optimale Schlaftemperatur auch bei Babys zwischen 16 und 18 Grad angesetzt.

Damit Ihr Baby in der Nacht nicht auskühlt, sollten Sie über den Einsatz eines Schlafsacks nachdenken.

Ein Schlafsack hält das Baby warm und ist eine bessere Lösung, als das Anschalten der Heizung im Schlafzimmer, weil in diesem Fall die Luftfeuchtigkeit nicht betroffen ist.

Wie Sie für die richtige Luftfeuchtigkeit im Babyzimmer sorgen, erfahren Sie übrigens hier.

Allerdings sollten Sie auch darauf achten, dass die Temperatur für ein Baby nicht zu warm ist – und hier gibt es einen wichtigen Unterschied im Verhalten Ihres Kindes zu beachten:

Ist es einem Baby zu kalt, dann wird es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bemerkbar machen.

Ist es Ihrem Baby hingegen zu warm, wird es in den meisten Fällen trotzdem weiterschlafen – und das ist gefährlich, weil die wichtige Aufwachreaktion durch die Überwärmung ausgeschaltet wird.

Ist das Babyschlafzimmer also zu kalt, sollten Sie behutsam gegensteuern und keinesfalls durch übersteigerte Maßnahmen das entgegengesetzte Extrem riskieren.

Eines sollten Sie im Schlafzimmer Ihres Babys nur mit sehr viel Bedacht tun: lüften, denn Zugluft ist für Babys noch weit gefährlicher als für erwachsene Menschen.

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