Schimmel an der Schlafzimmer-Tapete? 5 häufige Fragen (beantwortet)

Schimmel an der Schlafzimmer-Tapete? 5 häufige Fragen (beantwortet)

Wenn Sie Schimmel auf Ihrer Schlafzimmertapete entdecken, ist der Schreck zunächst groß.

Schimmel auf oder hinter der Schlafzimmertapete entsteht immer dann, wenn dauerhaft zu viel Feuchtigkeit entweder im Schlafzimmer selbst oder im Mauerwerk vorhanden ist.

Was Sie über Schimmel auf oder hinter Ihrer Schlafzimmertapete wissen müssen, wie gefährlich er wirklich ist, und wie Sie ihn wieder loswerden, erfahren Sie jetzt.

1. Wie kommt es zu Schimmel auf der Schlafzimmertapete?

Schimmel auf der Tapete im Schlafzimmer entsteht immer dann, wenn der Schimmelpilz für ihn gute Wachstumsbedingungen vorfindet.

Das heißt konkret: genügend Feuchtigkeit über einen ausreichend langen Zeitraum.

Mehr dazu, wann es in Ihrem Schlafzimmer zu Schimmelwachstum kommen kann, erfahren Sie übrigens hier.

Wie Sie dort lesen werden, sind die Ursachen für Schimmelwachstum auf Tapeten im Wesentlichen identisch mit denen für Schimmelwachstum auf allen anderen Möbeln oder Oberflächen im Schlafzimmer.

Typische Ursachen für schimmelige Schlafzimmertapeten sind vor allem folgende:

  • Unzureichendes oder falsches Lüften 
  • Kalte Außenwände des Schlafzimmers (mehr dazu hier)
  • Ausgekühltes Schlafzimmer (vor allem im Winter)
  • Dauerhaft erhöhte Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer
  • Bauliche Mängel
  • Wasserschaden im Gebäude

Insofern sind Tapeten zunächst nicht grundsätzlich anfälliger für Schimmel als andere Oberflächen.

Wie Sie an den beispielhaft genannten häufigen gründen sehen, lässt sich die Ursache für Schimmel auf der Tapete im Schlafzimmer im Wesentlichen in zwei Kategorien unterteilen:

Erstens können bauliche Probleme zu erhöhter Feuchtigkeit im Mauerwerk führen. In diesem Fall kommt die Feuchtigkeit direkt aus der Wand und der Schimmel wird zwischen Wand und Tapete zu wachsen beginnen.

Im zweiten Fall liegt das Problem nicht im Mauerwerk, sondern in der Benutzung des Schlafzimmers durch Sie.

Insbesondere zu hohe relative Luftfeuchtigkeit über einen längeren Zeitraum kann schnell zur Entstehung von Schimmel an der Tapete führen.

In einem solchen Fall wird der Schimmel sehr wahrscheinlich an der Oberfläche in der Tapete wachsen.

2. Ist Schimmel auf der Tapete gefährlich?

Ob Schimmel auf der Tapete im Schlafzimmer tatsächlich gefährlich ist, ist wissenschaftlich bisher noch nicht abschließend geklärt.

Es wird zwar regelmäßig viel Angst und Panik wegen Schimmel in der Wohnung verbreitet und auf die angeblich so großen gesundheitlichen Gefahren verwiesen.

Zwar ist tatsächlich bekannt, dass ein Zusammenhang zwischen allergischen Reaktionen, Atemwegsbeschwerden oder Atemwegsinfektionen und Schimmelsporen in der Raumluft besteht.

Fakt ist jedoch ebenso: wissenschaftlich ist bisher völlig unklar, ab welchen Konzentrationen Schimmelsporen für den Menschen eine Gesundheitsgefahr darstellen.

Außerdem hängen mögliche Auswirkungen sehr stark von der individuellen Empfindlichkeit, genetischen Veranlagung und dem allgemeinen Gesundheitszustand der Personen ab.

Zudem ist es so, dass jeder von uns ohnehin ständig und überall mit Schimmelpilzen in Kontakt kommt und deren Sporen einatmen. Es gibt praktisch keinen Ort auf der Erde, wo keine Pilzsporen in der Luft vorhanden sind.

Wenn Sie beispielsweise in der freien Natur unterwegs sind atmen Sie ständig Schimmelpilzsporen ein – beispielsweise besonders viele bei einem Waldspaziergang. Das bestätigt auch Mikrobiologin Regine Szewzyk gegenüber dem Spiegel.

Dennoch würde wohl deshalb niemand auf die Idee kommen, einen Waldspaziergang als Gesundheitsgefahr wegen Schimmelpilzen darzustellen.

Daraus wird schnell klar: eventuelle Gesundheitsgefahren durch Schimmelpilzsporen sind in erster Linie eine Frage der Konzentration selbiger in der Atemluft.

Zudem spielt auch stets eine entscheidende Rolle, ob die betroffene Person allergisch gegen Schimmelpilzsporen ist oder an einem geschwächten Immunsystem leidet.

In letzteren beiden Fällen ist nachgewiesen, dass tatsächlich eine Gesundheitsgefahr besteht.

Für nicht allergische, weitgehend gesunde Menschen hingegen sind niedrige oder moderate Schimmelpilz-Konzentrationen gesundheitlich weitgehend unbedenklich, wie zahlreiche Ärzte und Wissenschaftler bestätigen

Das trifft insbesondere dann zu, wenn nur sehr kleine Flächen auf oder hinter der Tapete schimmelig sind.

Schließlich sind für gesunde, nicht empfindliche Personen die vereinzelten Schimmelflecken in den Fugen der Dusche ja auch völlig unbedenklich.

Nichtsdestotrotz gilt natürlich dennoch: wenn Sie Schimmel auf oder hinter der Schlafzimmer Tapete entdecken, sollten Sie dafür sorgen, dass dieser entfernt wird und die Ursache abgestellt wird.

Denn zum einen ist Schimmel natürlich in jedem Fall immer ein Hygieneproblem – unabhängig davon ob, ein eventuelles Gesundheitsrisiko besteht oder nicht.

Und auch die Bausubstanz und die Möbel des Schlafzimmers können auf Dauer durch Schimmelwachstum in Mitleidenschaft gezogen werden. 

3. Entsteht Schimmel zuerst auf oder hinter der Tapete?

Ob Schimmel zuerst auf, oder aber unter der Tapete wächst, hängt entscheidend davon ab, wo die Feuchtigkeitsquelle ist.

Falls der Schimmel die für sein Wachstum benötigte Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk bezieht, so wird das Wachstum zunächst direkt an der Wand und somit unter der Tapete beginnen.

Ist das Mauerwerk jedoch nicht die Ursache der Feuchtigkeit, sondern kommt diese von zu hoher Luftfeuchtigkeit oder gar Kondensation im Innenraum des Schlafzimmers, so wird der Schimmel direkt auf der Tapete zu wachsen beginnen.

Insofern ist der Entstehungsort des Schimmels ein direktes Indiz dafür, aus welcher Richtung das Feuchtigkeitsproblem kommt.

4. Wie erkenne ich Schimmel auf der Schlafzimmertapete?

Falls der Schimmel direkt auf der Schlafzimmertapete wächst, können Sie ihn natürlich relativ leicht mit bloßem Auge erkennen.

Allerdings bleibt er auch in diesem Fall oft relativ lange hinter Möbelstücken verborgen. Genauso lange unbemerkt kann Schimmel unter der Tapete bleiben.

In beiden Fällen fällt das Schimmelproblem erst dann auf, wenn es muffig oder modrig im Schlafzimmer zu riechen beginnt (mehr dazu hier).

In diesem Fall ist es hilfreich, zunächst hinter alle Möbelstücke zu schauen und zu prüfen, ob die Tapeten irgendwo feucht sind.

Im Zweifel kann es notwendig sein, die Tapete an einer verdächtigen Stelle leicht abzulösen, um dahinter schauen zu können.

In manchen Fällen können auch unspezifische Beschwerden wie etwa brennende Augen, Kopfschmerzen oder Atemwegsbeschwerden einen Hinweis darauf geben, dass eventuell eine erhöhte Schimmelpilzbelastung im Schlafzimmer vorliegt.

Wie eingangs bereits beschrieben, äußern sich derartige Symptome aber bei weitem nicht bei allen Personen und sind somit kein verlässlicher Indikator für Schimmelpilzbefall im Schlafzimmer.

5. Wie entfernt man Schimmel von der Tapete im Schlafzimmer?

Wenn Sie Schimmel auf oder hinter Ihrer Tapete feststellen, müssen Sie zunächst die Ursache für das Schimmelwachstum abstellen.

Konkret bedeutet das: die Ursache für die permanent zu hohe Feuchtigkeit muss beseitigt werden. Erst danach ist es sinnvoll, sich an die Entfernung des Schimmels zu machen.

Anders als bei untapezierten Wänden oder anderen glatten Oberflächen ist es bei Tapeten leider fast immer unumgänglich, diese komplett zu entfernen und zu erneuern.

In den wenigsten Fällen lässt sich der Schimmel von Tapeten vollständig und rückstandslos entfernen.

Es wird fast immer ein unansehnlicher Fleck zurückbleiben – selbst, wenn der Schimmelpilz abgetötet wurde.

Bei nur sehr kleinen und oberflächlichen Schimmelflecken können Sie jedoch zunächst versuchen, mit einem in Alkohol getränkten Lappen den Schimmel weg zu wischen.

Grundsätzlich gilt: die Schimmelbeseitigung sollten Sie nur dann selbst durchführen, wenn Sie gesund sind und keine Schimmelpilzallergie haben.

Außerdem sollten Sie für ausreichend Lüftung im Schlafzimmer sorgen sowie Mundschutz und Handschuhe tragen. Großflächigen Schimmelpilzbefall lassen Sie am besten von einer Fachfirma sanieren.

Falls Sie in einer Mietwohnung leben und das Schimmelwachstum nicht selbst verursacht haben, müssen Sie ohnehin Ihren Vermieter informieren und dieser sich um die Beseitigung kümmern.

Mehr dazu, wer in Mietwohnungen für Schimmel verantwortlich ist – und wann Mietminderungen infrage kommen – erfahren Sie im Detail hier.

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