Hilft nasse Wäsche bei Husten? Was Sie wissen müssen

Hilft nasse Wäsche bei Husten? Was Sie wissen müssen

Fakt ist: zu trockene Raumluft ist nicht gesund und kann unter anderem Hustenreiz auslösen oder verschlimmern.

Kann deshalb nasse Wäsche Abhilfe verschaffen, oder gibt es dabei ungewollte Risiken?

Grundsätzlich ist nasse Wäsche in Innenräumen durchaus geeignet, einen durch zu trockene Luft verursachten Hustenreiz zu lindern oder abzustellen.

Allerdings gibt es auch einige Dinge, die Sie dabei beachten müssen.

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Welche Wirkung hat nasse Wäsche in Zimmern?

Wenn sich nasse Wäsche in einem Raum befindet, trocknet diese bekanntlich nach einer gewissen Zeit.

Das Wasser ist dann also aus der Wäsche verdunstet und befindet sich anschließend in der Raumluft, wo sie die Luftfeuchtigkeit erhöht.

Wie Sie am besten nasse Wäsche als Raumluftbefeuchter nutzen können, und was Sie dabei unbedingt beachten müssen, erfahren Sie ausführlich hier.

Wie Sie in dem separaten Artikel ausführlich erfahren, ist es extrem wirksam, nasse Wäsche in Zimmern trocknen zu lassen, um dort die relative Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.

Zu der Frage, wie schnell und wie stark sich dabei die Luftfeuchtigkeit erhöht, finden sich im Internet leider meist nur unkonkrete oder schlichtweg falsche Aussagen.

So wird zum Beispiel oft behauptet, dass durch nasse Wäsche die Luftfeuchtigkeit “um bis zu 30%” steigen würde.

Das ist so pauschal jedoch eine absolut haltlose und wertlose Aussage.

Wie stark die Luftfeuchtigkeit in einem Raum durch Verdunstung steigt, hängt von vielen Faktoren ab, die sich alle gegenseitig beeinflussen, unter anderem von:

  • Raumtemperatur
  • Raumvolumen (m³)
  • Wassermenge in Wäsche
  • Ausgangsfeuchtigkeit der Raumluft

Wie Sie sehen, ist es daher komplett unsinnig, pauschal “30%” zu verbreiten, ohne diese Faktoren zu kennen oder zu berücksichtigen.

Wie hoch sich die relative Luftfeuchtigkeit durch nasse Wäsche in Ihrem konkreten Fall tatsächlich erhöhen lässt, haben wir mit Zahlenbeispielen und Rechenweg ausführlich hier dargestellt.

Wie Sie dort sehen werden, ist es durchaus leicht möglich, die relative Luftfeuchtigkeit um weitaus mehr als nur 30% zu erhöhen – weshalb auch gewisse Achtsamkeit notwendig ist.

Wann hilft nasse Wäsche gegen Husten?

Nasse Wäsche hilft vor allem dann gegen Husten, wenn es sich um einen Reizhusten handelt, der durch zu trockene Raumluft ausgelöst oder verstärkt wird.

Deshalb empfehlen Kinderärzte in solchen Fällen schon lange, die relative Luftfeuchtigkeit durch das Aufdrehen einer warmen Dusche oder das Aufhängen nasser Handtücher im Zimmer zu erhöhen.

Generell ist bekannt, dass zu trockene Raumluft eine ganze Reihe von negativen Auswirkungen auf unser Wohlbefinden und Gesundheit haben kann, unter anderem:

  • Atembeschwerden
  • trockene, rissige Haut
  • austrocknende Schleimhäute
  • brennende Augen
  • Erhöhter Flüssigkeitsverlust beim Atmen

Wie Sie sehen, ist es neben dem Auslösen oder Verschlimmern von Hustenreiz generell empfehlenswert, die relative Luftfeuchtigkeit in unseren Aufenthaltsräumen in einem gesunden Bereich von 40-60% zu halten.

Insbesondere in der kalten Jahreszeit weisen viele Innenräume aufgrund der angestellten Heizungen viel zu trockene Luft auf.

Falls Sie nur in einem Raum mit geringer Luftfeuchtigkeit husten, draußen oder in feuchteren Räumen jedoch nicht, liegt der Verdacht sehr nahe, dass es an zu trockener Raumluft liegt.

Zudem befinden sich in sehr trockener Raumluft meistens mehr Staub und andere Schwebteile, die vor allem bei empfindlichen Personen, Asthmatikern oder Allergikern zusätzlich einen Hustenreiz auslösen können.

Natürlich sollten Sie im Zweifel stets abklären, dass keine medizinische Ursache hinter dem Husten steckt – vor allem, wenn er länger anhält oder trotz optimaler Luftfeuchtigkeit nicht besser wird.

Dennoch ist bekannt, dass ausreichend feuchte Schleimhäute in vielen Fällen Linderung bei Hustenreiz verschaffen – weshalb oftmals von Ärzten auch Dampfbäder oder Inhalationen verschrieben werden.

Wann ist nasse Wäsche wirkungslos gegen Husten?

Wenig oder gar nicht wirksam gegen Husten ist das Erhöhen der Luftfeuchtigkeit immer dann, wenn die Ursache nicht in zu trockener Luft liegt.

Husten kann eine Reihe von Ursachen haben, die im Zweifel stets von einem Arzt festgestellt werden sollten.

Bei vielen Erkältungskrankheiten oder anderen Auslösern von Husten wird dieser nicht verschwinden, nur weil die Luft feucht wird.

Natürlich kann in bestimmten Fällen feuchtere Luft etwas Linderung verschaffen, aber dennoch ist nasse Wäsche kein Allheilmittel und sollte im Zweifel nur in Abstimmung mit einem Mediziner begleitend verwendet werden.

Ist es schädlich, nasse Wäsche gegen Husten aufzuhängen?

Wenn Sie zu dieser Frage im Internet recherchieren, finden Sie leider überwiegend Halbwahrheiten und Antworten, die nicht fundiert sind oder schlichtweg am Thema vorbei gehen.

Eine dieser oft verbreiteten Behauptungen ist, dass es “gefährlich” oder ein “Gesundheitsrisiko” wäre, nasse Wäsche drinnen aufzuhängen.

Warum diese Behauptungen so pauschal völlig haltlos sind, haben wir ausführlich hier beleuchtet.

Kurz gesagt: als einziges Argument wird ausnahmslos Schimmel als angeblicher Grund für die Gesundheitsgefahr angegeben.

Um eins klar zu sagen: natürlich geht von Schimmelsporen in Innenräumen ein Risiko aus, sowohl für die menschliche Gesundheit, als auch für die Bausubstanz.

Das Problem an diesem Argument ist jedoch ein anderes: es wird nämlich völlig unberechtigt das Aufhängen von nasser Wäsche zum Luftbefeuchten mit Schimmelbelastung der Raumluft gleichgesetzt – als würde Ersteres immer und unmittelbar mit Letzterem einhergehen.

Das ist natürlich völliger Unfug. Aus zahlreichen wissenschaftlichen Studien ist bekannt, dass Schimmel neben ausreichend Feuchtigkeit vor allem genügend Zeit braucht, um wachsen zu können.

Mehr dazu, ob und ab wann bei Ihnen Schimmelgefahr durch nasse Wäsche besteht, erfahren Sie im Detail hier.

Kurzum: Schimmel entsteht nicht über Nacht, selbst wenn kurzfristig 100% Luftfeuchtigkeit herrschen würde.

Um in den gefährdeten Bereich zu kommen, müssen schon stets mindestens 70-80% Luftfeuchtigkeit über mehrere Tage vorliegen.

Wenn Sie regelmäßig die relative Luftfeuchtigkeit in dem Zimmer im Blick halten, wo Sie diese gezielt durch nasse Wäsche erhöhen wollen, und diese mittel- und langfristig nicht über 60-70% liegt, besteht keine Gefahr für Schimmel.

Zumindest dann nicht, wenn Sie keine kalten Außenwände oder Ecken haben, weil dort die relative Luftfeuchtigkeit stets höher liegt – am besten messen Sie mit einem Hygrometer also stets in der kältesten Ecke des Zimmers.

In einem gut isolierten Raum und gutem Lüftungsverhalten können Sie so auch mit nasser Wäsche dauerhaft die Luftfeuchtigkeit in einem gesunden Bereich von 40-60% halten, in dem es sich gut atmet – aber keine Schimmelgefahr droht.

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