Ist Ihr Schlafzimmer zu warm? 6 Gründe (& wichtige Infos)

Ist Ihr Schlafzimmer zu warm? 6 Gründe (& wichtige Infos)

Schlafzimmer sollten nicht zu warm sein, damit der Körper seine Eigentemperatur halten kann und einem erholsamen Schlaf nichts im Weg steht.

Während es in der kalten Jahreszeit meist ausreicht, den Thermostat an der Heizung vernünftig einzustellen, kommen Sie im Sommer nicht umhin, Ihr Schlafzimmer aktiv zu kühlen.

Vorbeugende Maßnahmen wie das rechtzeitige Abdunkeln des Schlafzimmers und der Einsatz eines Klimageräts gehören zu den wirkungsvollsten Maßnahmen.

Wie warm darf ein Schlafzimmer sein?

Ob Ihr Schlafzimmer zu warm ist, hängt nicht in erster Linie von Ihrem subjektiven Empfinden ab, sondern kann an konkreten Messwerten festgemacht werden.

Die Eigentemperatur des menschlichen Körpers beträgt ca. 37 Grad, kleinere Temperaturschwankungen in unserem Umfeld kann unser Köper normalerweise problemlos ausgleichen.

Im Verlauf eines Tages steigt unsere Körpertemperatur um rund einen Grad Celsius an und während der Nacht sinkt sie wieder.

Damit unser Körper die richtige Temperatur zum ruhigen Einschlafen erreichen und halten kann, sollte unser Schlafzimmer zwischen 16 und 19 Grad warm sein.

Innerhalb dieses Spektrums können Sie sich nach Ihrer persönlichen Vorliebe bewegen – denn in Nuancen empfinden Menschen ihre ideale Temperatur unterschiedlich.

Ist ein warmes Schlafzimmer ungesund?

Es ist ein allgemeiner Konsens, dass man in einem kühlen Schlafzimmer besser und gesünder schläft.

Im Umkehrschluss ist es Ihrer Gesundheit abträglich, wenn Sie in einem zu warmen Schlafzimmer schlafen.

Auch im Winter, wenn Sie es am liebsten ganz warm und gemütlich hätten, sollte Ihr Schlafzimmer trotzdem nicht mehr als 20 Grad warm sein – und das ist bereits die Höchstgrenze.

Ein zu warmes Schlafzimmer kann sich nicht nur kurzfristig auf Ihre Schlafqualität auswirken, sondern auch langfristig zu gesundheitlichen Nachteilen führen.

Die Raumtemperatur des Schlafzimmers ist neben der Schlafdauer das entscheidende Kriterium für die Wirkung des Schlafes.

Forschungen der Elite-Universität Harvard haben ergeben, dass das Schlafen in einem zu warmen Raum die geistige Leistungsfähigkeit insbesondere junger Menschen beeinträchtigen kann.

Was passiert, wenn man zu warm schläft?

Ist Ihr Schlafzimmer zu warm, dann droht Ihnen ein schlechter Schlaf – mit allerlei unangenehmen Nebenwirkungen.

Eine erste Folge von zu hohen Temperaturen im Schlafzimmer ist die erhöhte Produktion von Schweiß.

Grundsätzlich ist es ganz normal, dass Menschen im Schlaf schwitzen – rund ein halber Liter Schweiß wird pro Nacht während des Schlafs produziert und abgegeben.

Wenn dieses normale Pensum allerdings überschritten wird, dann spricht man auch von Nachtschweiß, und in der Folge wird der Schlaf gestört, es kommt zu wiederholten Aufwachphasen und der Körper kann sich nicht erholen.

6 Gründe, warum Ihr Schlafzimmer zu warm ist

Wenn Ihr Schlafzimmer zu warm ist, dann kann das verschiedene Gründe haben – und nicht alle davon können Sie selbst leicht beheben.

1. Nicht ausreichende Lüftung

Gerade weil das Schlafzimmer tagsüber nicht genutzt wird, wird es oft beim Lüften vernachlässigt.

Dann staut sich die Luft und das Schlafzimmer fühlt sich wärmer an, als es eigentlich sein müsste.

2. Wärme durch Sonneneinfall

Insbesondere während der heißen Sommermonate besteht die Gefahr, dass Ihr Schlafzimmer sich tagsüber durch den ständigen Sonneneinfall aufheizt und sich dann am Abend nicht schnell genug herunterkühlen lässt.

3. Falsche Heizungseinstellung

Wenn das Schlafzimmer zu warm ist, kann das auch einfach an einer zu hoch eingestellten Heizung liegen.

Nur in seltenen Fällen lässt sich ein Schlafzimmer selbst bei ausgeschalteter Heizung nicht auf die Idealtemperatur von unter 19 Grad kühlen.

In diesem Fall müssen Sie sich sehr wahrscheinlich an Ihren Vermieter wenden, weil bauliche Mängel vorliegen.

4. Falsche Luftfeuchtigkeit

Oft unterschätzt wird der Einfluss von trockener Luft auf die Temperatur des Schlafzimmers.

Die ideale Luftfeuchtigkeit in Ihrem Schlafzimmer sollte zwischen 40 und 60 Prozent liegen.

Obwohl zu trockene Luft viele Nachteile mit sich bringt und generell zu vermeiden ist, empfinden wir zu hohe Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer schnell als unangenehm schwül-warm.

Einen großen Einfluss auf die richtige Luftfeuchtigkeit in Ihrem Schlafzimmer hat neben dem regelmäßigen Lüften auch die Frage, wann Sie lüften – also zu welcher Tageszeit.

Beim Lüften während des Tages kann die feuchtwarme Außenluft für einen starken Anstieg der Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer sorgen (mehr dazu erfahren Sie hier).

5. Zu warme Bettwäsche

Pyjama und Bettwäsche aus einem sich aufladenden oder flüssigkeitsabweisenden Material sind auch eine schlechte Idee.

Sie fördern das Hitzegefühl und verstärken die Schweißbildung – beides trägt dazu bei, dass sich die Luft im Schlafzimmer wärmer anfühlt, als es eigentlich der Fall ist.

6. Aktivität vor dem Schlafengehen

Mitunter ist es auch gar nicht das Schlafzimmer, das zu warm ist, sondern Sie selbst.

Intensive körperliche Aktivitäten vor dem Zubettgehen können Ihren Körper derart auf Touren bringen, dass die Körpertemperatur sich aufheizt – und damit auch das Schlafzimmer als »zu warm« empfunden wird.

Was tun, wenn es im Schlafzimmer zu warm ist?

Oft hat die Wärme im Schlafzimmer einfach mit einer angestauten, im wörtlichen Sinne “dicken” Luft zu tun.

Dagegen hilft ein denkbar profanes Mittel: Lüften Sie Ihr Schlafzimmer gründlich – und vor allem rechtzeitig, denn idealerweise wird vor dem Zubettgehen gelüftet, damit Sie in Ruhe beim geschlossenen Fenster schlafen können.

Heizt sich Ihr Schlafzimmer durch starken Sonneneinfall auf, was vor allem im Sommer häufig der Fall ist, dann sollten Sie am Tag rechtzeitig die Jalousien schließen.

Erst am Abend vor dem Schlafengehen öffnen Sie die Verdunkelung und lassen frische Luft ins Schlafzimmer.

Die Heizung sollten Sie immer auf Stufe 1 oder 2 stellen – so stellt der Thermostat sicher, dass die ideale Temperatur von 16 Grad nicht überschritten wird.

Bei passender Einstellung müssen Sie Ihre Heizung auch nicht ständig ein- und ausschalten und über den Tag lang nachjustieren.

Im Sommer, wenn es ohnehin sehr heiß ist, können Sie die Heizung natürlich komplett ausstellen.

Liegt die gefühlte Wärme in Ihrem Schlafzimmer an zu hoher Luftfeuchtigkeit und damit einhergehender drückender Schwüle, dann kann ein Luftentfeuchter Abhilfe schaffen.

Generell sollten Sie zu hohe Luftfeuchtigkeit ohnehin wegen der möglichen Gefahr von Schimmelbildung vermeiden.

Wenn es im Schlafzimmer zu warm ist, hat das nicht immer nur mit der Raumtemperatur zu tun, sondern liegt mitunter auch an Ihrer Körpertemperatur.

Sie sollten deshalb alles vermeiden, was vor dem Zubettgehen Ihren Körper auf Touren bringt – zum Beispiel Sport.

In diesem Zusammenhang ist auch wichtig, dass Sie nicht die falsche Art von Abkühlung suchen: Eine kalte Dusche oder ein kaltes Getränk vor dem Schlafengehen trägt ebenfalls dazu bei, dass sich der Körper aufheizt.

Wann ist es im Baby-Schlafzimmer zu warm?

Im Baby-Schlafzimmer ist Wärme besonders gefährlich, weil Babys sich bei einer zu hohen Umgebungstemperatur nicht bemerkbar machen bzw. der Aufwachreflex unterdrückt wird.

Anders sieht es bei einem zu kalten Schlafzimmer aus: Hier wird sich Ihr Kind ziemlich sicher durch Weinen bemerkbar machen, so dass sie reagieren können.

Für die richtige Temperatur im Baby-Schlafzimmer gilt: Erwachsene und Babys sind hier gar nicht weit voneinander entfernt.

Auch für Ihr Baby sollten Sie deshalb eine Umgebungstemperatur zwischen 16 und 19 Grad gewährleisten – jedenfalls in der Nacht, am Tag sind 21 bis 23 Grad durchaus in Ordnung.

Es ist zwar gut gemeint, aber nicht immer die beste Idee, Ihr Baby dick einzupacken und mit Decken zu umwickeln.

Um Ihr Baby vor einer Überwärmung zu schützen, sollten Sie regelmäßig die Körpertemperatur überprüfen.

Dazu eignet sich am besten der Nacken, da Hände und Füße bei Babys oft kühler sind als der übrige Körper.

Ist ein zu warmes Schlafzimmer ein Grund für eine Mietminderung?

Wenn Ihr Schlafzimmer dauerhaft zu warm ist, weil die bauliche Situation diesen Umstand bedingt oder die Heizung sich aus technischen Gründen nicht ausreichend herunterregeln lässt, dann kann das ein rechtsgültiger Mietmängel sein.

Ein Mieter, der die Temperatur in seinem Schlafzimmer nicht unter 22 Grad Celsius senken konnte, erhob Klage gegen seinen Vermieter und gewann den Prozess.

Der Vermieter wurde dazu verurteilt, diesen Mängel abzustellen.

Ein dauerhaft zu warmes Schlafzimmer kann also ein legitimer Grund für eine Mietminderung sein – es ist aber immer mit einem gewissen Risiko behaftet, diese einfach in Eigenregie durchzusetzen.

Anstatt eines sofortigen Mietabzugs sollten Sie Ihren Vermieter von dem Mängel in Kenntnis setzen und um Abhilfe bitten.

Stellt sich Ihr Vermieter quer und kommt Ihrer Aufforderung nicht nach, sollten Sie sich kompetenten Rechtsrat einholen – andernfalls setzen Sie sich der Gefahr einer fristlosen Kündigung aus.

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