Hohe Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer trotz Lüften? 7 Gründe (+Lösungen)

Hohe Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer trotz Lüften? 7 Gründe (+Lösungen)

Lüften hilft gegen zu hohe Luftfeuchtigkeit, das wissen die meisten.

Doch was, wenn Sie die Luftfeuchtigkeit trotz bester Bemühungen beim Lüften nicht in vernünftige Bereiche bekommen?

Wie es zu hoher Luftfeuchtigkeit trotz Lüftens kommen kann und wie Sie das Problem in den Griff bekommen, erfahren Sie jetzt.

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Welche Luftfeuchtigkeit ist optimal im Schlafzimmer?

Idealerweise sollte die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer 40-60% betragen.

Falls die Raumluft darunter liegt, empfinden wir das nicht nur oft als unangenehm, sondern es kann auch unsere Gesundheit negativ beeinträchtigen (mehr dazu erfahren Sie hier).

Deshalb sollte die Luftfeuchtigkeit auch nicht zu niedrig sein und – falls nötig – befeuchtet werden.

Auf der anderen Seite ist das Schlafzimmer oft eher kühl und kann daher ohnehin weniger Feuchtigkeit aufnehmen als wärmere Räume – und kommt damit schnell in höhere relative Feuchtigkeitsbereiche.

Zudem ist es normal, dass die Luftfeuchtigkeit über Nacht ansteigt – durch Atemluft und Schwitzen der Schlafenden.

Versuchen Sie deshalb, vor der Nachtruhe nicht schon bei 60% zu liegen, sondern eher deutlich darunter – dann haben Sie genug Puffer bis zum morgendlichen Lüften.

Gleichwohl ist aber auch kein Grund zur Panik angebracht, wenn Sie nur morgens etwas erhöhte Luftfeuchtigkeit messen, diese sich aber nach dem Lüften dann bis zum nächsten Morgen im idealen Bereich bewegt.

Ist hohe Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer schädlich?

Hohe Luftfeuchtigkeit an sich ist zunächst nicht schädlich für den Menschen.

Tatsächlich hat sie – anders als zu trockene Luft – praktisch keine direkten negativen Auswirkungen auf unser Wohlbefinden oder unsere Gesundheit.

Das Problem an hoher Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer ist vielmehr, dass dadurch die Gefahr der Schimmelbildung steigt.

Und Schimmel kann durchaus gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen (mehr dazu hier).

Wann genau in Ihrem Schlafzimmer wegen zu hoher Luftfeuchtigkeit Schimmelgefahr herrscht, erfahren Sie hier.

7 Gründe für hohe Luftfeuchtigkeit trotz Lüftens

Wenn Sie bereits regelmäßig lüften und trotzdem die hohe Luftfeuchtigkeit nicht in den Griff zu bekommen scheinen, kommen oftmals folgende Gründe in Frage:

1. Nasse Wäsche

Falls Sie Ihre nasse Wäsche im Schlafzimmer trocknen, kann dies erheblich zur Steigerung der Luftfeuchtigkeit beitragen.

Im ungünstigsten Fall lässt sich dies auch durch regelmäßiges Lüften nur bedingt in den Griff kriegen.

Wie Sie Ihre Wäsche im Schlafzimmer richtig trocknen, ohne dabei ein Risiko einzugehen, erfahren Sie hier.

2. Falsche Lüftungsmethode

Zu wenig oder gar nicht zu lüften kann ebenso zu feuchten Schlafzimmern führen wie stundenlang offenstehende Fenster.

Im ersten Fall kommt es erst gar nicht zum Luftaustausch, während “Dauerlüften” zum Auskühlen der Wände und Schlafzimmereinrichtung führt – insbesondere in der kalten Jahreszeit.

Ausgekühlte Wände wiederum reduzieren die Temperatur der Raumluft an ihrer Oberfläche, wodurch sich dort die relative Luftfeuchtigkeit stark erhöht – im schlimmsten Fall bildet sich dann sogar Kondenswasser.

Richtig lüften Sie durch regelmäßiges Stoßlüften – das heißt, Sie sorgen 5-10 Minuten lang für Durchzug, indem Sie gegenüberliegende Fenster im Haus oder der Wohnung öffnen.

3. Lüften zur falschen Zeit

Überraschend für viele Leute ist die Tatsache, dass man durch Lüften zur falschen Zeit sogar ungewollt die Luftfeuchtigkeit erhöhen kann.

Beispiel: Wenn Sie im Sommer die warme Außenluft hereinlassen, die sich dann im kühlen Schlafzimmer abkühlt, steigt deren relative Luftfeuchtigkeit stark an (warum das so ist, erfahren Sie hier).

Achten Sie deshalb darauf, bevorzugt in den kühlen Morgen- und Abendstunden zu lüften – denn kalte Luft kann viel Feuchtigkeit aufnehmen, wenn sie sich erwärmt.

Vermeiden sollten Sie auch, sehr feuchte Luft aus dem Badezimmer oder der Küche ins kühle Schlafzimmer zu lassen (besser diese Räume vorher lüften).

Übrigens ist folgender “Tipp”, der oft zu lesen ist, völliger Unsinn:

Die Feuchtigkeit der Außenluft vorher zu messen und nur dann zu lüften, wenn diese niedriger ist, als die Luftfeuchtigkeit im Zimmer.

Denn die relative Luftfeuchtigkeit steigt und fällt exponentiell mit der Lufttemperatur (weshalb die relative Luftfeuchtigkeit kalter Außenluft eben stark fällt, sobald sie sich im Zimmer erwärmt).

4. Falsches Heizen

Mögen Sie es, kalt zu schlafen?

Das ist ganz normal und sogar empfehlenswert – allerdings sollten Sie Ihr Schlafzimmer nicht allzu kalt werden lassen.

Denn wie Sie nun bereits wissen, kann kalte Luft nur wenig Wasserdampf aufnehmen.

Da Sie aber unweigerlich Atmen und Schwitzen, steigt deshalb in sehr kalter Zimmerluft die relative Luftfeuchtigkeit schnell an.

Idealerweise sollte Ihr Schlafzimmer stets zwischen 16 und 19°C aufweisen.

Außerdem sollten Sie es dauerhaft beheizen – nicht nur kurz vom dem Schlafengehen – um ein Auskühlen der Wände zu vermeiden (Kondensationsgefahr und Schimmelrisiko).

5. Unterschätzte Feuchtigkeitsquellen

Haben Sie Pflanzen, Zimmerbrunnen, oder ein Aquarium im Schlafzimmer stehen?

Diese tragen durch stetige Verdunstung erheblich zur Erhöhung der Raumfeuchte bei.

Wenn Sie also alle bisherigen Tipps bereits beherzigen und trotzdem mit hoher Luftfeuchte zu tun haben, können diese Verdunstungsquellen die oft übersehene Ursache sein.

6. Wärmebrücken

Falls Sie lediglich lokal mit Feuchtigkeit im Schlafzimmer zu tun haben, kann auch eine sogenannte Wärmebrücke die Ursache sein.

Das sind Stellen im Mauerwerk, die kälter sind als andere Bereiche – oftmals durch mangelnde Dämmung.

Aber auch eine Beschädigung der äußeren Hauswand, eine kaputte Regenrinne, beschädigte Fassade oder gar ein Leck in Wasserleitungen kann für feuchtes Mauerwerk sorgen.

Durch derart mangelnde Isolation oder Nässe ist Ihre Schlafzimmerwand deutlich kälter als die Raumtemperatur, wodurch sich dort lokal die relative Luftfeuchtigkeit erhöht – und sich eventuell sogar Kondensationswasser bildet (mehr dazu erfahren Sie hier).

Ausfindig machen können Sie diese Stellen durch Messgeräte, welche die Oberflächentemperatur messen – falls nicht ohnehin Feuchtigkeit sichtbar oder spürbar sein sollte.

7. Größe des Schlafzimmers

Wenn Sie ein eher kleines Schlafzimmer haben, steigt dort unweigerlich die relative Luftfeuchtigkeit schneller und höher, als sie es in einem größeren Schlafzimmer tun würde.

Der Grund ist, dass die absolute Wassermenge, die durch Atmung, Schwitzen und andere Quellen verdunstet, sich lediglich in einem kleineren Raum verteilen kann und somit die Luft eher gesättigt ist mit Wasserdampf.

Daran können Sie zwar nur schwer etwas ändern, dennoch ist es wichtig, diese mögliche Ursache in Betracht zu ziehen.

Abhilfe können Sie in diesem Fall jedoch sehr einfach und effektiv schaffen:

Lassen Sie einfach die Schlafzimmertür und eventuell das Schlafzimmerfenster offen während der Nacht – dadurch steigt die Luftfeuchtigkeit weit weniger stark an.

Was tun bei hoher Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer?

1. Luftfeuchtigkeit messen

Falls Sie vermuten, dass die Luftfeuchtigkeit in Ihrem Schlafzimmer zu hoch ist, sollten Sie diese zunächst genau kennen.

Mittels eines Luftfeuchtigkeitsmessgeräts – auch Hygrometer genannt – können Sie das für relativ wenig Geld sehr präzise tun.

Beobachten und notieren Sie nötigenfalls die folgenden Werte der Luftfeuchtigkeit:

  • nach dem Aufstehen (vor dem Lüften)
  • nach dem morgendlichen Lüften
  • im Tagesverlauf
  • abends vor dem Lüften
  • nach dem abendlichen Lüften

Bei den Messungen nach dem Lüften sollten Sie allerdings stets ca. 15 Minuten warten, damit die Frischluft Zeit genug hatte, Zimmertemperatur anzunehmen.

Hintergrund ist, dass die relative Luftfeuchtigkeit sehr stark von der Temperatur beeinflusst wird (mehr dazu erfahren Sie hier).

Sollten Sie größtenteils Werte von über 70% – 80% messen, besteht Handlungsbedarf, da sonst Schimmelbildung droht.

Fall Sie jedoch beispielsweise nur morgens vor dem Lüften hohe Luftfeuchtigkeit messen sollten, nach dem Lüften für den Rest des Tages aber normale Werte, besteht gar kein Grund zur Sorge.

2. Nachts für Luftaustausch sorgen

Oftmals hilft es schon, wenn Sie nachts das Fenster zumindest teilweise offen stehen lassen.

Dadurch verhindern Sie, dass die Luftfeuchtigkeit durch Schwitzen und Atmen nicht zu stark ansteigt, weil sich sich ständig mit trockenerer Frischluft vermischt.

Falls das nicht Ihr Ding sein sollte oder es draußen zu kalt oder nass ist, können Sie einfach auch die Schlafzimmertür offen lassen.

Denn selbst ohne merklichen Luftzug gleicht sich Wasserdampf (=Luftfeuchtigkeit) äußerst schnell im gesamten Luftvolumen aus und verhindert somit Feuchtigkeitsspitzen im Schlafzimmer.

3. Feuchtigkeitsquellen entfernen

Wie wir bereits erfahren haben, können Pflanzen, Zimmerbrunnen, Aquarien oder andere Wasserquellen die Luftfeuchtigkeit erhöhen.

Sollten Sie also bereits die oben genannten Tipps zum richtigen Lüften zur richtigen Tageszeit beherzigen, aber dennoch mit hoher Luftfeuchtigkeit zu kämpfen haben, kann dies eine Lösung sein.

Bringen Sie diese Quellen in ein anderes Zimmer und beobachten Sie, wie sich die Luftfeuchtigkeitswerte entwickeln – eventuell lässt sich das Problem damit bereits beheben.

4. Wärmebrücken beheben

Sollte sich herausstellen, dass bestimmte Stellen in Ihrem Schlafzimmer einfach zu kalt sind, dann werden Sie wohl kaum um eine Ausbesserung herumkommen.

Als Eigentümer beauftragen Sie dafür am besten zunächst eine Fachfirma, die das Problem genau lokalisiert und Ihnen einen konkreten Lösungsvorschlag macht (z.B. bessere Dämmung einbauen, neu Hauswand Verputzen, etc.).

In der Mietwohnung müssen Sie in jedem Fall mit Ihrem Mieter sprechen.

Denn sollte tatsächlich ein bautechnischer Mangel die Ursache für eine feuchte Zimmerecke oder Wand sein, was sich trotz Ihrer besten Bemühungen nicht anderweitig trockenlegen lässt, ist der Mieter für die Instandsetzung verantwortlich.

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