Warum beschlagen Spiegel & Fenster beim Duschen? (& 4 Tipps)

Warum beschlagen Spiegel & Fenster beim Duschen? (& 4 Tipps)

Es ist ein bekanntes und oft lästiges Phänomen: Nach der heißen Dusche sind Fenster und Spiegel beschlagen, gekämmt wird nach Gefühl.

Für komplexere Frisuren und kosmetische Vorhaben bedeutet das eine gewisse Wartefrist, bis nach intensivem Durchlüften die Spiegelscheiben zumindest halbwegs wieder zu gebrauchen sind.

Beschlagene Fenster und Scheiben im Bad sind allerdings nicht nur eine äußerliche Erscheinung, sondern können auch bleibende Schäden für Gesundheit und Bausubstanz nach sich ziehen.

Deshalb sollten Sie häufig lüften, um das Phänomen so gut es geht zu vermeiden.

Darum beschlagen Scheiben & Fenster im Bad

Praktisch jeder hat schon einmal erlebt, wie nach einer heißen Dusche Fenster und Spiegel beschlagen.

Aber was steckt eigentlich hinter dieser Erscheinung?

Der mit Abstand häufigste Grund für beschlagene Scheiben und Spiegel ist eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Deshalb tritt das besagte Phänomen auch in der Küche beim Kochen heißer Speisen auf.

Es ist gar nichts Wunderbares daran, sondern ein bloßer natürlicher Vorgang, der sich ohne jede Mühe naturwissenschaftlich erklären lässt.

Zunächst einmal ist es eine Tatsache, dass Luft Feuchtigkeit speichert – und je wärmer die Luft ist, desto mehr Feuchtigkeit kann sie speichern.

Wenn diese warme und feuchte Luft auf eine kalte Oberfläche trifft – was besonders im Winter häufig der Fall ist – dann kondensiert das Wasser und die Fenster beschlagen.

Als Kondensation bezeichnet man den Übergang eines Stoffes vom Gas zur Flüssigkeit.

Wir kennen in diesem Zusammenhang das sogenannte Kondenswasser, das zum Beispiel auch auf der Innenseite eines Topf- oder Pfannendeckels entsteht, wenn auf dem heißen Herd gekocht wird.

Wenn Sie heiß duschen, dann kommt es zwangsläufig zu einem deutlichen Temperaturunterschied zwischen dem heißen Wasser und der kälteren Umgebung – und damit eben auch zum Prozess der Kondensation.

Sind beschlagene Scheiben ein Problem?

Beschlagene Fenster oder Scheiben sehen vor allem im Winter mitunter recht hübsch aus und vermitteln ein wenig den Eindruck, es habe geschneit.

Gerade Kinder lieben es, mit dem Finger verschiedene Figuren in die beschlagene Oberfläche zu malen.

Da sich die Scheiben bald von selbst wieder normalisieren, könnte man also einfach sagen: Alles kein Problem?

Leider doch: Beschlagene Fenster oder Scheiben können ein ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko bedeuten.

Beschlagene Fenster hängen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit zusammen, und diese Feuchtigkeit kann im Inneren des Hauses zur Bildung von Schimmelpilz führen.

Wenn die Schimmelsporen in die Atemwege gelangen, kann es zu Husten, Kurzatmigkeit, Schwindel und sogar zu Ohnmachtsanfällen kommen.

Darüber hinaus können beschlagene Scheiben auch optische Schäden an der Wohnung verursachen, zum Beispiel hässliche Flecken an den Wänden, die mit dem Schimmelpilz einhergehen.

4 Tipps gegen beschlagene Fenster & Spiegel

Am besten wäre es natürlich, wenn Fenster und Spiegel gar nicht erst beschlagen würden.

Falls es aber doch dazu kommt, verraten wir Ihnen hier ein paar Tipps, mit denen Sie der Plage möglichst schnell und gut Herr werden.

1. Lüften

Banal, aber unverzichtbar: Ohne Lüften geht es nicht!

Tatsächlich ist Lüften wohl der wichtigste und unverzichtbarste Ratschlag gegen beschlagene Fenster und Spiegel in der Dusche.

Zwei bis vier Mal am Tag sollten Sie gründlich lüften – das gilt besonders dann, wenn den ganzen Tag über jemand in der Wohnung ist und die Räume auch entsprechend beheizt werden.

Gekippte Fenster dienen nicht einer vernünftigen Durchlüftung, sondern können das Problem verschlimmern, indem sie zusätzliche Heizkosten verursachen.

Das Schlüsselwort ist Stoßlüften:

Öffnen Sie alle Ihre Fenster 10 bis 15 Minuten komplett und sorgen Sie so für einen gründlichen und umfassenden Luftaustausch.

Dabei sollten Sie auch ungenutzte Zimmer in Ihrer Wohnung in das Lüften miteinbeziehen.

Vor allem gegenüberliegende Fenster sollten immer gleichzeitig geöffnet werden, damit ein Luftkorridor entstehen kann und die Luft ausgetauscht wird.

2. Föhnen

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Sie vor dem Spiegel stehen und Ihr Haar föhnen.

Wenn der Spiegel aber so beschlagen ist, dass Sie nichts mehr darin erkennen können, sollten Sie den Föhn zunächst einmal zweckentfremden und auf die Spiegeloberfläche richten.

Es mag sich abenteuerlich anhören, aber tatsächlich lässt sich der Beschlag des Spiegels auch ganz einfach »wegföhnen«.

Stellen Sie dazu den Föhn auf eine untere oder mittlere Hitzestufe ein und fahren Sie langsam und gleichmäßig von unten nach oben die Oberfläche des Spiegels ab.

Das Föhnen gilt als eine sanfte Methode, um den lästigen Beschlag des Spiegels loszuwerden – es hinterlässt auch keine ungewollten Spuren, wie das beim Wischen mit Tüchern möglich ist.

3. Wischen

Autofahrer sind wohlvertraut mit der höchst praktischen Institution des Scheibenwischers, den sie bei beschlagenen Fenstern einschalten, um wieder klare Sicht zu gewinnen.

Diese einfache Methode funktioniert tatsächlich auch in Ihrem Badezimmer: Wischen Sie den beschlagenen Spiegel einfach mit einem Tuch vorsichtig sauber.

Allerdings ist diese Lösung nicht der Königsweg:

Beim Abwischen des beschlagenen Spiegels mit Ihrem Handtuch laufen Sie zum Beispiel Gefahr, ungewollt Schmutz auf dem Spiegel zu verteilen.

Besser ist es, Sie verwenden ein weiches Mikrofasertuch, bei dem keine Rückstände zu erwarten sind.

4. Spiegelheizung

Nicht ganz billig, aber wirksam, ist eine Spiegelheizung bzw. ein beheizter Spiegel.

Sie haben hier die Möglichkeit, Ihren bereits vorhandenen Spiegel mit einer elektrischen Heizfolie oder Heizmatte nachzurüsten – oder gleich auf einen beheizten Badezimmerspiegel zu setzen.

Diese Lösung ist aufwendig, aber sehr wirksam und dauerhaft einsetzbar – langfristig ist eine Spiegelheizung auch sehr bequem, weil Sie nicht ständig manuell nachbessern müssen.

Wenn Sie vor den einmaligen Anschaffungskosten nicht zurückscheuen, können Sie auf diese Weise auf Dauer einen beschlagenen Spiegel vermeiden.

Lassen sich beschlagene Fenster & Spiegel komplett vermeiden?

Es ist nahezu ausgeschlossen, beschlagene Fenster und Spiegel komplett zu vermeiden.

Früher oder später werden Sie es doch mit dieser Erscheinung zu tun haben – das ist grundsätzlich auch nicht schlimm, solange Sie nur richtig damit umgehen.

Der Schlüssel ist, diese Phasen so kurz wie möglich zu gestalten – hier verweisen wir noch einmal auf unseren wichtigsten Tipp: lüften, lüften, lüften!

Es kann auch hilfreich sein, die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung im Blick zu behalten, zum Beispiel durch die Installation eines sogenannten elektronischen Hygrometers.

Das Gerät sollten Sie in ausreichender Entfernung zu Fenster und Heizkörper aufhängen und genau beobachten.

Haben Sie häufig mit zu hoher Luftfeuchtigkeit zu tun, dann können Sie sich einen Luftentfeuchter anschaffen.

Luftentfeuchter gibt es für Schlafzimmer und Bad. Es gibt Modelle, die mit Strom betrieben werden und Modelle, die völlig ohne Strom auskommen.

3 Hausmittel & Tricks gegen beschlagene Scheiben

Um sich kurzfristig gegen eine beschlagene Scheibe oder einen beschlagenen Spiegel zu wehren, gibt es verschiedene Hausmittel, die Sie für sich entdecken und ausprobieren können.

1. Schutzfilm aus Seife oder Rasierschaum

Das mag auf den ersten Blick ein bisschen unappetitlich oder unglaubwürdig klingen, aber Sie können Ihren Spiegel mit einem einfachen Trick davor bewahren, zu beschlagen.

Tragen Sie einen hauchdünnen Film Seife auf der Oberfläche des Spiegels auf.

Das gelingt Ihnen, indem Sie die Oberfläche gründlich mit einem Stück Seife abreiben und die dabei entstehenden Schlieren im Anschluss mit einem weichen Tuch entfernen.

Dieser dünne, kaum sichtbare Seifenfilm soll dafür sorgen, dass sich kein Beschlag auf der Oberfläche des Spiegels bildet.

Das Hausmittel wirkt etwa einen Monat lang und muss dann erneut angewendet werden.

Eine Alternative zur Seife ist der Rasierschaum, wobei hier die Wirkungsdauer geringer ausfällt als es bei herkömmlicher Seife der Fall ist.

Der Trick mit der Seife funktioniert übrigens nicht nur bei Spiegeln, sondern auch bei Fenstern.

Tragen Sie einfach den dünnen Film wie beschrieben auf und verhindern Sie so, dass sich Kondenswasser an der Oberfläche absetzen kann.

2. Katzenstreu

Ein veritables Mittel gegen ein Problem mit Feuchtigkeit ist der Einsatz von Katzenstreu.

Füllen Sie etwas Katzenstreu in eine Socke, verknoten Sie diese gut und deponieren Sie das Ganze in unmittelbarer Nähe vor dem betroffenen Fenster, dem Spiegel oder im Fußraum Ihres Autos.

Das Katzenstreu saugt die Feuchtigkeit auf und verhindert so eine Kondensation auf den Fenstern.

Eine Alternative zu Katzenstreu ist Zeitungspapier – das kommt allerdings nicht zerknüllt in einen Beutel, sondern wird zum Auslegen des Bodens benutzt.

Da Sie wahrscheinlich in Ihrer Wohnung nicht ständig über Zeitungspapier laufen möchten, ist diese Variante aber wohl höchstens für Autofahrer interessant.

3. Salz

Ein weiteres Hausmittel, um das Beschlagen von Fenstern zu verhindern, ist ein Schälchen Salz, das auf der Fensterbank positioniert werden kann.

Diese Methode bietet sich vor allem in der Küche beim Kochen an, funktioniert aber auch beim Fenster des Badezimmers.

Vorsicht vor ungeeigneten Hausmitteln

Nicht jedes empfohlene Hausmittel hilft Ihnen bei beschlagenen Spiegeln oder Fensterscheiben wirklich weiter.

Der oft zu lesende Tipp, die Spiegel- oder Fensteroberfläche mit Essig abzureiben, ist kein guter Rat.

Essig greift die empfindliche Spiegeloberfläche an und kann die Silberbeschichtung dauerhaft schädigen.

Deshalb sollten Sie Essig nur zur Reinigung der Badekeramik verwenden, nicht aber, um Ihren Spiegel zu säubern.

Der klassische Großmutter-Tipp, die Spiegeloberfläche mit einer halben Kartoffel abzureiben, richtet zwar keinen Schaden an, er bringt Ihnen aber auch keinen Nutzen – die Zeit können Sie sich sparen.

Das nasse Abwischen des Spiegels mit Zeitungspapier kann zwar funktionieren, ist aber zum einen sehr unhandlich und kann zum anderen auch Schaden anrichten, wenn die Druckerschwärze abfärbt.

Was tun, wenn ich kein Fenster im Bad habe?

Die Sache mit dem Lüften gestaltet sich natürlich etwas schwierig, wenn Sie kein Bad mit Fenster besitzen.

In diesem Fall müssen Sie zum Lüften die Badezimmertür weit öffnen und durch die geöffneten Fenster in der übrigen Wohnung eine entsprechende Luftzirkulation erzeugen.

Entfernen Sie außerdem nasse Wäsche und Handtücher aus dem Bad, da diese zu einer erhöhten Luftfeuchtigkeit beitragen.

Wenn Sie Ihre Heizung im Bad anstellen, können Sie den Temperaturunterschied zwischen heißem Wasser und Umgebung außerdem etwas auffangen bzw. ausgleichen.

Sollte ich die Badezimmertür offenlassen?

Als eine einfache Lösung des Problems scheint sich eine offene Badezimmertür zu empfehlen.

Diese Lösung ist aber nur bedingt eine, sondern eher eine Verlagerung des Problems.

Wenn Sie nämlich beim Duschen oder unmittelbar danach die Badezimmertür öffnen, dann verbreitet sich die feuchtwarme Luft einfach in der ganzen Wohnung und die Gefahr der Schimmelpilzbildung erhöht sich.

Deshalb sollten Sie das Bad nach Möglichkeit immer über das Badezimmerfenster lüften und die Tür selbst geschlossen halten.

Lediglich, wenn Sie ansonsten für gute Durchlüftung in der gesamten Wohnung oder im Haus sorgen, kann sich dies als Option anbieten.

Denn obwohl Sie dadurch wie gesagt die Feuchtigkeit in andere Wohnbereiche verlagern, verteilt sich diese dabei in einem größeren Luftvolumen, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit sinkt.

Was hilft im Winter gegen beschlagene Scheiben im Bad?

Der Winter ist als die kalte Jahreszeit besonders anfällig für beschlagene Scheiben im Bad, aber auch in der gesamten Wohnung.

Oft genügt es schon, nur die Heizung einzuschalten, und überall bildet sich der lästige und potenziell auch gefährliche Beschlag.

Anders als im Sommer ist im Winter das Risiko allgemein weit höher, da durch das Heizen und die deutlichen Temperaturunterschiede die Fenster mitunter ganztägig beschlagen.

Gerade hier ist mehrmaliges kurzes Stoßlüften unverzichtbar, um das Problem so gering wie möglich zu halten.

Während der kurzen Phasen des Lüftens sollten Sie auch die Heizung herunterregeln, um nicht unnötig Energie zu verbrauchen.

Auch im Winter sollten Sie nach Möglichkeit darauf verzichten, Ihre Wäsche in der Wohnung zu trocknen, da dies massiv zu einer hohen Luftfeuchtigkeit beiträgt.

Auch im Winter trocknet Wäsche gut auf dem Balkon, wenn es nicht regnet!

Beim Kochen sollten Sie hingegen die Tür zur Küche verschlossen halten, um die feuchten Dämpfe auf den Küchenraum zu beschränken.