Warum knittert Wäsche im Trockner? 4 häufige Gründe (& Tipps)

Warum knittert Wäsche im Trockner? 4 häufige Gründe (& Tipps)

Eigentlich soll der Trockner uns Arbeit abnehmen – wenn die Wäsche dann aber total zerknittert herauskommt, ist das wenig erfreulich.

Doch woran liegt es überhaupt, dass Wäsche im Trockner knittert, und wie lässt sich das vermeiden?

Erstaunlicherweise liegt übermäßige Faltenbildung oft an überfüllten Trocknern, nicht sofort entnommener Wäsche oder dem falsch gewählten Programm – aber auch die Textilart spielt eine wichtige Rolle.

Was Sie über Knitter und Falten nach dem Trocknerdurchlauf wissen müssen, erfahren Sie jetzt.

4 Gründe, warum Wäsche im Trockner zerknittert

1. Falsches Trocknerprogramm

Die Auswahl des richtigen Trocknerprogramms ist nicht nur deshalb wichtig, um Ihre Textilien nicht zu beschädigen.

Sondern ein ungeeignetes Programm führt auch schnell zu übermäßiger Faltenbildung.

Für gängige Materialarten bieten die meisten Trockner sogar entsprechende Bezeichnungen wie “Baumwolle” oder “Synthetik” – nutzen Sie diese entsprechend der zu trocknenden Wäsche.

Auch bei zeitgesteuerten Programmen ist es wichtig, die richtige Laufzeit einzustellen und gegebenenfalls zwischendurch den Trockenstand zu prüfen.

Denn auch zu langes Trocknen oder zu hohe Temperaturen führen bei vielen Materialien zu verstärkter Faltenbildung.

2. Wäsche bleibt im Trockner liegen

Eine der häufigsten Ursachen von zerknitterter Wäsche ist, dass sie nach Ende des Trocknerprogramms längere Zeit in der Trommel liegen bleibt.

Das betrifft übrigens sowohl noch leicht feuchte als auch vollständig trockene Wäsche.

Denn auch trockene Wäsche bildet durch ihr Eigengewicht mit der Zeit Falten, wenn sie längere Zeit zusammengeknüllt in der Trommel liegen bleibt.

Und wenngleich “bügelfeuchte” Wäsche ohnehin anschließend getrocknet werden soll, erschwert stark verknitterte Wäsche das Bügeln und erhöht den Zeitaufwand unnötig.

Um das Problem zu verhindern, sollten Sie die trockene Wäsche möglichst unmittelbar nach Programmende entnehmen und bügeln, ausschütteln und aufhängen, oder zusammenlegen – je nach Restfeuchte und Materialart.

Falls Sie nicht sofort Zeit zum Entnehmen haben oder dazu neigen, es zu vergessen, sollten Sie vorab das Knitterschutzprogramm Ihres Trockners aktivieren – wie das funktioniert und was es bringt, erfahren Sie hier.

3. Trockner ist zu voll

Ein überladener Trockner ist nicht nur weniger effektiv, braucht länger und kostet mehr Strom – um nur einige Nachteile zu nennen – sondern erhöht auch die Wahrscheinlichkeit von Knitterbildung.

Weil trockene Wäsche mehr Volumen beansprucht als nasse, steigt ihr Platzbedarf im Trockner mit der Zeit an.

Wenn die Wäsche dann aber aufgrund von Überfüllung nicht ausreichend Platz hat, frei zu fallen, sind Knitter und Falten oft unvermeidbar und entstehen verstärkt.

Mehr zu den Nachteilen eines zu vollen Trockners – und wie Sie ihn korrekt befüllen – erfahren Sie hier.

4. Zu stark trocknen

Wenn Sie ohnehin wissen, dass Sie die Kleidung nach dem Trockner noch bügeln müssen, sollten Sie diese nicht vollständig trocknen.

Gerade bei Baumwolle ist es oft notwendig, die Hemden, Hosen und Co. anschließend noch zu bügeln.

Natürlich lassen sich mit Dampfbügeleisen die trockenen Textilien wieder befeuchten, um das Bügeln zu erleichtern.

Allerdings machen Sie sich das Leben ungleich leichter, wenn Sie in solchen Fällen direkt das Trocknerprogramm “bügelfeucht” wählen.

Im noch feuchten Zustand bilden sich nämlich weit weniger Falten und lassen sich auch einfacher entfernen, als wenn die Textilfasern vollständig trocknen – insbesondere bei Baumwolle und Leinen.

Falls Sie ein zeitgesteuertes Programm haben, stellen Sie es lieber ein paar Minuten kürzer als zu lang – im Zweifel trocknet die Wäsche nämlich auch beim Bügeln oder anschließend auf der Leine schnell fertig.

Tipp: wenn Sie Knitterfalten und das Bügeln vermeiden wollen, können Sie die Wäsche auch gezielt nur leicht antrocknen, um sie dann auszuschütteln, glatt zu streichen und dann auf der Leine fertig trocknen zu lassen.

Der Trockenprozess ist dann zwar etwas länger, Sie ersparen sich aber unter Umständen das Bügeln vollständig.

Wenn Sie dann noch Kleiderbügel zum Aufhängen verwenden, vermeiden Sie zudem die Falten und Abdrücke der Leine oder des Wäscheständers an der Wäsche (mehr dazu hier).

Lassen sich Knitter im Trockner verhindern?

Die beiden wichtigsten Dinge, die Sie zur Vermeidung von Trocknerfalten tun können, sind:

Den Trockner nicht zu überladen und die trockene Wäsche umgehend nach Programmende aus dem Trockner zu entnehmen.

Anschließend muss sie natürlich aufgehängt, gebügelt oder zusammengelegt werden, und nicht etwa zusammengeknüllt im Wäschekorb landen.

Die meisten Menschen überrascht, was für einen Unterschied diese beiden Punkte bereits machen – oftmals reicht es dann nämlich, die Wäsche direkt nach der Entnahme kurz glatt zu streichen.

Generell gilt: falls trotz Befolgen der genannten Tipps immer noch mehr Falten als Ihnen lieb sind in der Wäsche sind, sollten Sie sie so schnell wie möglich bügeln oder glatt ziehen und aufhängen.

Natürlich hängt die Knitteranfälligkeit aber auch stark vom Material, dem Kleidungsstück und seiner Verarbeitung ab (mehr dazu weiter unten).

Tipp: Verzichten Sie darauf, Falten und Knitter durch Weichspüler verhindern zu wollen.

Das wird zwar oft als “Geheimtipp” empfohlen, ist aber nicht hilfreich und kann sogar Ihren Trockner auf Dauer beschädigen.

In der Waschmaschine machen Weichspüler zwar tatsächlich die Fasern elastischer – allerdings sind sie meistens weder umwelt- noch hautfreundlich.

Außerdem lagern sich mit der Zeit Reste des Weichspülers an den Feuchtigkeitssensoren der Trockner ab, wodurch es zu Funktionsstörungen kommen kann (mehr dazu hier).

Welche Textilien sind sehr knitteranfällig?

Baumwolle ist eine der am meisten genutzten Naturfasern für Textilien und verträgt sowohl heiße Waschgänge als auch den Trockner problemlos und ist sehr widerstandsfähig.

Leider neigt Baumwolle aber auch stark zum Knittern, was jeder Besitzer von Baumwoll-Hemden, T-Shirts oder Jeans sehr wohl weiß.

Leinen ist sogar noch knitteranfälliger und zählt nicht ohne Grund zu den am stärksten knitternden Textilien.

Allerdings werden die Knitter bei Leinen oft als Teil seines natürlichen “crinkle look” wahrgenommen und somit selten als störend empfunden.

Falls Sie Leinen bügeln wollen, dürfen Sie das übrigens ausschließlich im feuchten Zustand machen (mehr dazu hier).

Auch Cellulose-Regeneratfasern wie Viskose, Lyocell oder Modal neigen oft zu verstärktem Knittern – allerdings sind diese Textilien ohnehin meistens nicht trocknergeeignet.

Darüber hinaus neigen Kunstfasern manchmal dazu, durch statische Aufladung aneinander zu kleben und sich so zu verknoten und stärker zu knittern.

Das passiert besonders gern bei großen Wäschestücken wie etwa Bettwäsche aus Microfasern oder anderen synthetischen Fasern.

Tipp: um das Verknoten und Knittern solcher Wäschestücke zu reduzieren, formen Sie einfach einen Ball aus Alufolie und geben Sie ihn mit in den Trockner.

Dieser verhindert die statische Aufladung zwischen den Bezügen und Laken und schafft zusätzlichen Abstand, wodurch diese nicht so leicht aneinander haften und sich verschlingen.

Welche Textilien knittern wenig?

Besonders knitterarm sind die Kunstfasern Polyester, Polyacryl, Polyamid und Elasthan – aufgrund ihrer hohen Elastizität sind sie praktisch knitterfrei.

Deshalb werden sie übrigens oft in vielen Textilien mit Baumwolle vermischt, weil diese alleine sehr stark knittern würde.

Ebenfalls sehr knitterarm ist übrigens Wolle, weil die Fasern sehr flexibel sind. Allerdings ist echte Wolle oftmals recht empfindlich und darf meistens nicht in den Trockner.

Acetat ist eine weitere Kunstfaser, die kaum knittert, weil sie sehr dehnbar ist – aufgrund ihrer Ähnlichkeit zur Seide wird Acetat auch als Kunstseide bezeichnet und ist bei Blusen, Dessous oder Kleidern beliebt.

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