Trockner in der Küche: eine gute Idee? 7 Nachteile & 3 Vorteile

Trockner in der Küche: eine gute Idee? 7 Nachteile & 3 Vorteile

Für manche ist der Trockner in der Küche eine praktische Idee, für andere höchstens eine Notlösung.

Fakt ist: in den meisten Fällen überwiegen die Nachteile eines Trockners in der Küche und andere Aufstellorte sind oft besser geeignet.

Außerdem lassen sich nicht alle Trockner ohne Weiteres in der Küche betreiben.

Ob Sie Ihren Trockner in die Küche stellen sollten, welche Vor- und Nachteile das hat, und welche Alternativen Sie haben, erfahren Sie jetzt.

Lassen sich alle Trockner in der Küche installieren?

Grundsätzlich können Sie alle Kondenstrockner sowie alle Wärmepumpentrockner problemlos in der Küche aufstellen und betreiben (mehr zu den verschiedenen Gerätetypen erfahren Sie hier).

Weil diese modernen Trocknertypen keine feuchte Abluft produzieren, sondern das Kondenswasser in einem Behälter sammeln, benötigen sie nur einen Stromanschluss.

Eventuell bietet Ihr modernes Gerät sogar die Möglichkeit, das Kondenswasser direkt über den Abfluss der Küchenspüle abzupumpen – dann müssen Sie den Behälter nicht jedes Mal händisch leeren.

Weitaus weniger flexibel aufstellbar sind jedoch Ablufttrockner, weil deren Abluftschlauch zwingend nach außen führen muss.

Keinesfalls dürfen Sie die feuchte, heiße Luft aus dem Abluftschlauch in die Küche entweichen lassen.

Insofern können Sie einen Ablufttrockner entweder nur in unmittelbarer Nähe des Küchenfensters installieren, aus welchem der Abluftschlauch hinausragen muss.

Oder aber Sie haben einen Abluftschacht anderswo in der Küche, über den die feuchte Abluft abgeführt werden kann.

3 Vorteile eines Trockners in der Küche

1. Option bei Platzmangel

Oftmals ist es für viele Menschen gar nicht die Wunschidee, den Trockner oder die Waschmaschine in der Küche aufzustellen.

Sondern vielmehr steckt hinter der Entscheidung oft die Tatsache, dass schlichtweg keine Waschküche, Haushaltsraum oder sonstiger Ort zur Verfügung steht, wo der Trockner aufgestellt werden könnte.

Insofern kommt die Küche als einzige Möglichkeit in Frage und die Entscheidung ist dann nicht “wo”, sondern “ob” ein Trockner genutzt werden soll.

Zudem kommt es in manchen Mietwohnungen vor, dass sich der Trockner bereits in der Küche findet, manchmal zusammen mit Waschmaschine oder als Waschtrockner-Kombigerät.

Dann ist der Mieter praktisch vor vollendete Tatsache gestellt und kann an der Situation oft nichts verändern.

2. Nutzung bestehender Anschlüsse

Manche modernen Kondens- und Wärmepumpentrockner bieten eine sehr komfortable Funktion:

Sie erlauben es, das entstehende Kondenswasser direkt über einen Schlauch in einen Abfluss ablaufen zu lassen – dadurch müssen Sie nicht mehr manuell nach jedem Durchlauf den Kondenswasserbehälter entleeren.

Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Sie einen entsprechenden Ablauf in erreichbarer Nähe des Trockners haben.

Das mag in manchen anderen Räumen zwar auch der Fall sein, aber keinesfalls immer – in der Küche hingegen haben Sie praktisch immer die Möglichkeit, den bestehenden Abfluss der Spüle dafür zu nutzen.

3. Alles auf einer Etage

Vor allem bei Hausbesitzern, aber auch in vielen Mietwohnungen befinden sich Waschmaschine und Trockner in einer anderen Etage als die Wohnräume – oftmals im Keller oder dem Dachboden.

In Mietwohnungen kann das unter Umständen viele Etagen bedeuten.

In Altbauten kommen teilweise schmale Treppen hinzu, die mit dem Wäschekorb in den Händen nur schwierig oder sogar gefährlich zu bewältigen sind.

Wer nicht ständig zum Wäschewaschen und -trocknen mehrere Etagen steigen kann oder will, für den kann es eine Erleichterung sein, alles auf einer Etage zu haben.

7 Nachteile des Trockners in der Küche

1. Weniger Platz in Küche

Falls Sie nicht eine überdurchschnittlich große Küche haben, werden Sie in puncto Raumnutzung mehr oder weniger große Abstriche machen müssen, wenn Sie Ihren Trockner dort aufstellen wollen.

In manchen Küchen fällt es schon schwer, einen Geschirrspüler unterzubringen, der zugegebenermaßen eher zur Küchenausstattung gehört als ein Wäschetrockner.

Wenn Sie einen Wäschetrockner in die Küchenzeile integrieren, fehlt Ihnen zwangsläufig Stauraum, weil Sie an dieser Stelle sonst Unterschränke und Schubladen hätten einbauen können.

Zudem fehlt Ihnen möglicherweise auch Arbeitsfläche sowie natürlich auch die Möglichkeit, eine Küchenspüle an dieser Stelle einzubauen.

Und wahrscheinlich werden Sie dann auch zumindest zeitweise den Wäschekorb in der Küche stehen haben, der zusätzlich im Weg steht und eine Stolpergefahr darstellt.

2. Lautstärke

Nicht zu unterschätzen ist auch die zusätzliche Lärmbelästigung, die durch einen Trockner in der Küche entsteht – selbst bei modernen Geräten, die nicht mehr ganz so laut sind wie ältere.

In der Waschküche oder einem abgelegenen oder wenig genutzten Raum mag die Geräuschentwicklung nicht stören, in der Küche aber unter Umständen schon.

Je nachdem, wie groß oder klein Ihre Küche ist und wie stark sie hallt, kann die Lärmentwicklung schnell durchaus dröhnend und belastend werden.

Wenn Sie zudem Ihre gesamte Wäsche in der Küche erledigen, also auch die Waschmaschine dort stehen haben, ist die Küche am Waschtag schnell mehrere Stunden mit Geräuschkulisse untermalt.

Das ist nicht jedermanns Vorstellung von einem entspannten Frühstück oder einer netten Unterhaltung während des Mittag- oder Abendessens.

Manch einer betreibt seinen Trockner übrigens nicht nur aus Platzgründen, sondern auch gerade auch wegen des Lärms deshalb im Schlafzimmer oder auf dem Balkon, die weit weniger genutzte Orte sind.

3. Längere Laufwege

Wenn Sie Ihren Trockner in der Küche stehen haben, müssen Sie jedes Mal die nasse Wäsche in die Küche schleppen, um sie trocknen zu können.

Je nachdem, wo genau Ihre Waschmaschine steht, kann das entweder den relativ nahen Nebenraum bedeuten, oder aber den weiten Gang in eine andere Etage – etwa in den Keller.

Das mag auf den ersten Blick nicht wie ein großes Problem erscheinen – auf Dauer kann die zusätzliche Rennerei aber nerven (vor allem, wenn auf dem Weg nasse Wäsche herunterfällt) und kostet entsprechend auch mehr Zeit.

Und falls Sie die Wäsche nicht im Programm “schranktrocken” trocknen, schleppen Sie sie anschließend aus der Küche zum Bügeleisen oder zur Wäscheleine.

Wie Sie Ihre nasse Wäsche übrigens drinnen trocknen, ohne Schimmel zu riskieren, erfahren Sie hier.

4. Schmutzwäsche in Küche

Natürlich lassen sich die unnötigen Laufwege und die Schlepperei der nassen Wäsche von der Waschmaschine zum Trockner in der Küche vermeiden, wenn Sie neben dem Trockner auch die Waschmaschine in der Küche installieren.

Allerdings bringt das dann weitere unschöne Nebeneffekte mit – zu einen natürlich zunächst die Tatsache, dass Ihnen dann noch mehr Raum und Arbeitsfläche für die eigentliche Küchennutzung verloren geht.

Zum anderen kommt noch hinzu, dass Sie dann sehr wahrscheinlich auch einen Wäschekorb mit Schmutzwäsche in der Küche haben werden – ansonsten haben Sie ja das Problem der Schlepperei von Wäsche nicht gelöst.

Für den einen mag es kein Problem sein, die Schmutzwäsche in der Küche stehen zu haben.

Für andere hingegen ist die Küche neben dem Wohnzimmer aber ein sehr sozialer Raum, wo auch Freunde und Gäste eingeladen werden.

Nicht jeder mag es deshalb, wenn in solch sozialer Umgebung ungewaschene Wäsche sichtbar ist oder gar vor sich hin müffelt.

5. Essensgerüche in Kleidung

Wer gerne kocht, weiß: in der Küche riecht es teilweise stark nach Essen.

Weil Trockner die Raumluft ansaugen, wird eben genau dieser Essensgeruch durch Ihre Kleidung geblasen, wenn Sie gleichzeitig kochen und den Trockner laufen haben.

Natürlich können Sie das Problem recht einfach umgehen, indem Sie nicht beides gleichzeitig machen und vor dem Trocknen stets gut die Küche lüften.

Wissen sollten Sie diese Gefahr allerdings, um nicht vom Zwiebelgeruch in der Kleidung überrascht zu werden.

6. Wärme & Feuchtigkeit

Je nach Größe Ihrer Küche sollten Sie sich außerdem bewusst sein, dass vor allem Abluft- und Kondenstrockner ohne Wärmepumpe den Raum aufheizen.

Das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein, kann aber besonders im Sommer schnell unangenehm werden, wenn es beim Kochen oder Essen zu warm ist.

Außerdem erhöhen Trockner die relative Luftfeuchtigkeit, weshalb Sie ausreichend Lüften müssen (das trifft aber auch auf andere Aufstellorte zu).

7. Optik

Die weitaus üblichste Aufstellart ist die freistehende Platzierung – schlichtweg deshalb, weil es am einfachsten und günstigsten ist.

Allerdings fügen sich weder Trockner noch Waschmaschine optisch in das Gesamtbild der Küche ein.

Nicht jedem gefällt das Aussehen der protzigen Geräte mit ihren markanten Bullaugen im eleganten Küchendesign.

Es gibt sowohl unterschiebbare als auch unterbaubare Trockner – erstere können einfach unter die Arbeitsplatte geschoben werden, bei letzteren wird der Gerätedeckel abgenommen, wodurch sich die erforderliche Nischenhöhe reduziert.

Allerdings ist durch diese Optionen lediglich das Platzproblem verbessert, nicht aber die Optik verbessert.

Die Lösung: integrierbare Trockner. Diese werden entweder bereits mit einer Frontverkleidung vom Hersteller geliefert oder können mit der Möbelfront der Küche versehen werden.

Dadurch fügen sie sich nahtlos in das Küchendesign ein, das Bullauge ist verdeckt – höchstens die Bedienleiste ist noch sichtbar.

Diese integrierbaren Trockner sind jedoch eher selten und natürlich auch entsprechend teurer und aufwändiger zu installieren.

5 alternative Orte zur Küche für den Trockner

Für die allermeisten Menschen ist die Küche aufgrund der genannten Nachteile nicht der bevorzugte Ort, den Trockner aufzustellen.

Falls Sie also andere Aufstellmöglichkeiten haben sollten, mögen diese langfristig bessere Orte für den Trockner sein.

1. Keller

Zum einen kommt natürlich grundsätzlich der Keller oder die Waschküche in Frage, falls Sie die Möglichkeit haben und Ihnen Treppensteigen nichts ausmacht.

Im Keller nehmen die Geräte weder Platz in Wohnräumen weg, noch werden Sie vom Lärm belästigt.

2. Hauswirtschaftsraum

Ein separater Hauswirtschaftsraum ist ideal, wenn Sie Hausbesitzer sind oder eine große Wohnung mieten oder besitzen.

Dort müssen Sie oftmals keine (oder nur wenige) Treppen steigen, haben alle Anschlüsse, und dennoch geschieht alles außer Sicht- und Hörweite.

3. Badezimmer

Gerade in generell kleinen Wohnungen oder bei Platzmangel ist das Bad für Trockner oder Waschmaschine oftmals besser geeignet als die Küche.

Zum einen ist das Bad wesentlich weniger genutzt und auch kein sozialer Raum, in dem Sie Zeit mit Freunden oder Gästen verbringen – insofern stört es dort auch nicht, wenn da der Wäschekorb steht oder die Schmutzwäsche lagert.

Zum anderen haben Sie dort ebenfalls alle Anschlüsse – inklusive Abwasser – und können einfach die Tür schließen, um wenig oder nichts vom Gerätelärm mitzubekommen.

4. Schlafzimmer

Das Schlafzimmer mag auf den ersten Blick ein ungewöhnlicher Ort für den Wäschetrockner sein.

Tatsächlich ist es aber in vielen Fällen wesentlich besser geeignet als die Küche.

Zum einen ist es ein tagsüber wenig genutztes, privates Zimmer, wo die Schmutzwäsche und der Wäschekorb niemanden stören. Auch geschieht das Be- und Entkleiden dort ohnehin häufig.

Zum anderen ist es abgelegen und bietet so die Möglichkeit, dass Sie die Geräte ohne Geräuschbelästigung den ganzen Tag über betreiben können.

Was Sie über Trockner im Schlafzimmer unbedingt wissen sollten, erfahren Sie hier.

5. Balkon

Ebenfalls eine ungewöhnliche, in bestimmten Situationen aber clevere Idee, ist der Trockner auf dem Balkon.

Sollten Sie einen ausreichend großen Balkon besitzen, lesen Sie unbedingt unseren Ratgeber dazu hier, um alles Wichtige über diese Option zu erfahren.

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