Welche Wäschetrockner werden in Deutschland hergestellt?

Welche Wäschetrockner werden in Deutschland hergestellt?

Trockner sind für annähernd die Hälfte aller Haushalte in Deutschland unverzichtbare Helfer, wenn es darum geht, Wäsche ohne Sonnenwärme trocken und weich zu bekommen.

Im Wesentlichen haben sich die Trockner seit ihrer Markteinführung bis heute kaum verändert.

Allenfalls einige kleinere technische Funktionen sind hinzugekommen, die die Bedienung erleichtern sollen.

Eines ist allerdings heute anders: Der Großteil der Trockner wird nicht mehr in Deutschland hergestellt.

Produzieren alle deutschen Marken ihre Trockner in Deutschland?

Das Siegel Made in Germany bürgt in den Augen vieler Menschen noch immer für eine hohe Qualität.

Allerdings hat die Globalisierung längst auch hier ihren Tribut gefordert und selbst viele deutsche Traditionsmarken werden heute nicht mehr in Deutschland produziert.

Meist hat das schlicht wirtschaftliche Gründe, weil Firmen im Ausland günstiger produzieren können.

Mitunter hat es aber auch damit zu tun, dass deutsche Hersteller von Firmen aus dem Ausland übernommen werden, die nur an der starken Marke interessiert sind.

Hinter vielen deutschen Marken stehen heute ausländische Unternehmen, oft multinationale Konzerne, die ihre Produkte auf der ganzen Welt produzieren.

Generell gehören Trockner zu den Haushaltsgeräten, die besonders häufig im Ausland hergestellt werden und nur noch selten als echtes Made in Germany zu finden sind.

3 Trockner, die in Deutschland hergestellt werden

Noch immer werden Trockner auch in Deutschland produziert – allerdings bedeutet das Siegel Made in Germany nicht, dass alle Produktionsschritte in Deutschland vorgenommen wurden.

Made in Germany darf auch ein Produkt heißen, das teilweise im Ausland montiert wurde bzw. aus Komponenten aus ausländischer Produktion besteht.

1. Bosch

Bosch ist nach wie vor ein deutsches Unternehmen und produziert einen Teil seiner Haushaltsgeräte in Deutschland.

Da allerdings auch Bosch längst international operiert und viele Fabriken im Ausland unterhält, müssen Sie auch bei Geräten mit dem Siegel Made in Germany damit rechnen, dass Komponenten ausländischer Fertigung enthalten sind.

Bosch lässt nicht nur im günstigen europäischen Ausland, sondern auch in China produzieren.

Bei Testvergleichen belegen Geräte von Bosch aber immer wieder sehr gute Plätze.

2. Miele

Bei Miele stehen die Chancen noch gut, dass Sie ein Gerät Made in Germany bekommen.

Allerdings hat auch Miele einen Teil seiner Produktion ins Ausland verlagert und das Siegel Made in Germany gilt in vielen Fällen nur noch für die Premiumprodukte des Katalogs.

Miele hat lange Jahre besonders intensiv mit dem Slogan Made in Germany geworben und sehr viel Wert darauf gelegt, dass die angebotenen Produkte auch in Deutschland produziert wurden.

In den letzten Jahren hat sich hier allerdings eine Kursänderung angedeutet, da die schwierige wirtschaftliche Lage auch Miele zu schaffen macht und die Produktion in Deutschland zunehmend unwirtschaftlich geworden ist.

3. Siemens

Siemens setzt nach wie vor ganz bewusst auf das Qualitätssiegel Made in Germany und treibt damit auch gezielt Werbung.

Siemens unterhält auch heute noch 6 Produktionsstandorte in Deutschland, an denen eine Vielzahl von Haushaltsgeräten hergestellt werden.

Zwar produziert auch Siemens nicht mehr ausschließlich in Deutschland, aber die Chancen stehen gut, dass Sie bei einem der hochpreisigen Modelle aus dem Katalog einen Trockner Made in Germany bekommen.

3 deutsche Marken, die ihre Trockner im Ausland herstellen

Bei den folgenden Marken rechnen Sie wahrscheinlich mit Qualität Made in Germany, tatsächlich wurde die Produktion aber ins Ausland verlagert.

AEG

AEG hat seine Produktion in Nürnberg im Jahr 2007 eingestellt und produziert seither in Italien, Polen und Ungarn.

Dahinter steht die Übernahme des deutschen Traditionsherstellers durch die schwedische Unternehmensgruppe Electrolux.

AEG als eigenständiges Unternehmen gibt es nicht mehr, es existiert nur noch als Marke.

Beim Kauf eines Geräts der Marke AEG können Sie mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass es sich um ein ausländisches Fabrikat handelt – dem deutschen Firmennamen zum Trotz.

Miele

Miele gehört tatsächlich auf beide Listen, da der deutsche Hersteller bislang zwar für seine hochwertigen Produkte Made in Germany bekannt war, bereits seit 2007 aber die Hälfte seiner Wäschetrockner-Produktion ins Ausland verlegt hat.

Insbesondere Toplader werden schon seit längerer Zeit aus in Deutschland gefertigten Einzelteilen im Ausland zusammenmontiert.

Hintergrund ist natürlich auch hier der zunehmende Konkurrenzdruck aus dem Ausland und die hohen Produktionskosten in Deutschland.

Bosch

Bosch produziert zwar nach wie vor in Deutschland, hat aber einen Großteil seiner Produktion in die Türkei verlagert.

Hintergrund sind die deutlich günstigeren Produktionsbedingungen in der Türkei und Osteuropa, und natürlich der Umstand, dass auch immer mehr Produkte im Ausland verkauft werden und Bosch sich dort dem Preiswettbewerb mit ausländischen Konkurrenzunternehmen stellen muss.

Welche ausländischen Marken stellen Trockner in Deutschland her?

Trockner werden nur selten in Deutschland hergestellt und dann meist auch nur von ohnehin in Deutschland ansässigen Unternehmen.

Nach aktuellem Stand gibt es keine ausländischen Marken, die auf eine Produktion vor Ort in Deutschland zurückgreifen.

Für ausländische Hersteller ist eine Produktion in Deutschland auch wenig sinnvoll, weil sie damit ihren Standortsvorteil der niedrigen Produktionskosten verspielen würden.

Sind Trockner aus Deutschland wirklich besser?

Trockner aus Deutschland sind qualitativ nicht automatisch besser als Produkte aus ausländischer Produktion.

Wichtiger als die Herkunft dürfte die Wahl des passenden Modells sein: die enthaltenen Funktionen und der zugrundeliegende Typ.

Es gibt grundsätzlich drei Typen von Trocknern: Ablufttrockner, Kondenstrockner und Wärmepumpentrockner.

Ablufttrockner sind in der Regel die preiswertesten Modelle, haben allerdings einen sehr hohen Energiebedarf und benötigen einen Luftablass (Fenster), was gerade im Winter oft schwierig ist – dafür leiten sie auch Feuchtigkeit und Wärme aus der Wohnung.

Kondenstrockner verbrauchen weniger Energie als Ablufttrockner und können überall eingesetzt werden – im Winter fungieren sie sogar als kleine Heizung, was wiederum im Sommer als unangenehm empfunden werden kann.

Bei einem Kondenstrockner muss außerdem das entstehende Wasser abgeführt werden.

Der Wärmepumpentrockner ist das energiesparendste Modell und bietet auf dem Markt die mit Abstand größte Auswahl.

Zwar ist der Wärmepumpentrockner in der Anschaffung teurer als die Konkurrenz, dafür läuft er deutlich energiesparender und wird bei regelmäßigem Einsatz den Mehrpreis schnell wieder einspielen.

Außerdem gibt es auch kombinierte Modelle aus Waschmaschine und Trockner, sogenannte Waschtrockner.

Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit spielt heute auch die Energieeffizienzklasse eine große Rolle: empfehlenswert sind Energieklassen zwischen A+ und A+++.

Berücksichtigen sollten Sie bei der Wahl Ihres Trockners auch die Trockenzeit und den Programmumfang: je mehr Programme, desto besser können Sie das Trocknen an Ihre Bedürfnisse anpassen.

Zu Ihren Bedürfnissen zählt auch das Kontingent der anfallenden Wäsche: In einer Großfamilie benötigen Sie eine größere Trommel.

Warum Sie ansonsten schnell unwissentlich Ihren Trockner überladen können und welche Nachteile das hat, erfahren Sie hier.

Ob Sie sich für einen Toplader oder für einen Frontlader entscheiden, hängt vor allem von den Gegebenheiten vor Ort ab.

Frontlader sind oft etwas breiter als Toplader, dafür unterbaufähig, in großer Auswahl verfügbar und meist mit umfangreichem Funktionsumfang.

Toplader passen auch in kleine Badezimmer, besitzen aber ein nur geringes Fassungsvermögen und laufen oft unruhig.

Reparaturen sind bei Frontladern meist einfacher möglich als bei Topladern.

Sind Trockner aus deutscher Herstellung teurer?

Auch bei den namhaften Herstellern sind es meist nur die Premiummodelle, die tatsächlich über das Siegel Made in Germany verfügen und weitgehend in Deutschland hergestellt wurden.

Es gibt daher wirklich die Tendenz, dass Trockner aus deutscher Herstellung etwas teurer sind als die im Ausland produzierte Konkurrenz.

Die Produktionskosten in Deutschland liegen deutlich höher als in den Nachbarländern – davon profitieren viele ausländische Konkurrenten, zum Beispiel die türkische Firma Beko, die sich auf diese Weise einen wachsenden Marktanteil sichern konnte.

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