Wie verhindert man Eisbildung im Kühlschrank? 6 Tipps (& Vorteile)

Wie verhindert man Eisbildung im Kühlschrank? 6 Tipps (& Vorteile)

Wäre es nicht praktisch, wenn sich die lästige Eisbildung im Kühlschrank verhindern ließe?

Grundsätzlich lässt sich bei herkömmlichen Kühlschränken die Eisbildung leider nicht vollständig vermeiden. Lediglich moderne No-Frost Geräte bieten diese Möglichkeit.

Doch auch bei Geräten ohne No-Frost Funktion gibt es eine Reihe von Dingen, die Sie tun können, um die Eisbildung so weit wie möglich zu reduzieren.

Was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie jetzt.

Lässt sich Eisbildung im Kühlschrank komplett verhindern?

Die Eisbildung im eigentlichen Kühlfach eines Kühlschrankes lässt sich tatsächlich unter Umständen verhindern.

Im Gefrierfach eines Kühlschrankes hingegen ist die Eisbildung jedoch praktisch nie zu vermeiden – es sei denn, Sie haben einen modernen No-Frost-Kühlschrank.

Die Eisbildung in Kühl- und Gefrierschränken ist nämlich letztlich ein physikalisches Phänomen, das den Gesetzen der Thermodynamik folgt – und sich deshalb auch nicht verhindern lässt.

Konkret bedeutet das: wenn Wasserdampf (Luftfeuchtigkeit) auf Oberflächen trifft, die 0°C oder weniger aufweisen, kondensiert das Wasser daran zu Eiskristallen – es kommt also zur Eisbildung.

Lediglich bei den angesprochenen No-Frost Geräten wird die Eisbildung dadurch verhindert, dass die Innenwände des Gefrierfachs nicht aktiv gekühlt werden und sich deshalb daran kein oder nur äußerst wenig Eis bildet.

Stattdessen befinden sich die Kühlelemente bei No-Frost Kühlschränken an einer anderen Stelle und die kalte Luft wird per Ventilator in den Innenraum geblasen.

Die erwähnten Naturgesetze können aber auch No-Frost Geräte nicht aushebeln:

Auch bei ihnen kommt es zur Eisbildung – allerdings an den separat installierten Kühllamellen, die dann vollautomatisch regelmäßig erwärmt und dadurch abgetaut werden.

Insofern verlagern No-Frost Kühlschränke die unvermeidbare Eisbildung lediglich an eine andere Stelle – weg vom Innenraum des Gefrierfachs und hin zu einer Stelle außerhalb des Gerätes, wo es uns nicht stört.

Bei Geräten ohne No-Frost Funktion kommen Sie zumindest für das Gefrierfach nicht um regelmäßiges Abtauen herum.

Wie Sie das möglichst schnell erledigen, erfahren Sie übrigens in unserem Artikel hier.

So reduzieren Sie Eisbildung im Kühlschrank (6 Tipps)

1. Temperatur höher stellen

Viele Leute stellen ihren Kühlschrank viel zu kalt ein, wodurch es an den Rück- und Seitenwänden (hinter denen sich die sehr kalten Röhren des Verdampfers befinden) zu Eisbildung im Kühlraum des Gerätes kommt.

Stellen Sie Ihren Kühlschrank stattdessen lieber so ein, dass im oberen Fach ca. 7°C herrschen.

Das ist laut Experten ausreichend kalt für alle Lebensmittel – insbesondere, weil die mittleren und unteren Fächer ohnehin mehrere Grad Celsius kälter sind, sodass dort nur 2-4°C sind und Sie dort Lebensmittel lagern können, die mehr Kühlung benötigen.

Der Vorteil: Sie verhindern die Eisbildung dadurch entweder vollständig oder reduzieren sie zumindest erheblich.

Außerdem sparen Sie über die Laufzeit gesehen erhebliche Mengen an Stromkosten und schonen zugleich den Kompressor Ihres Kühlschrankes.

2. Dichtungen prüfen

Neben zu hoher Kühlleistung ist zu hohe Luftfeuchtigkeit stets ein entscheidender Faktor für die Eisbildung im Kühlschrank.

Wenn die Dichtungen an der Kühlschranktür porös oder rissig sind, kommt es selbst bei geschlossener Tür zu einem ständigen Luftaustausch zwischen der Umgebung (Küche) und dem Innenraum des Kühlschranks.

Dadurch kommt stets neue feucht-warme Luft in den Kühlschrank, wodurch die der Eisbildungsprozess gefördert wird.

Falls Ihre Dichtungen am Kühlschrank also nicht mehr hundertprozentig dicht sind, sollten Sie sie umgehend ersetzen.

Erfreulicherweise sind Dichtungen relativ günstig zu bekommen und können in den meisten Fällen auch von Laien ausgetauscht werden.

Tipp: legen Sie eine eingeschaltete Taschenlampe in den Kühlschrank und schließen Sie die Tür.

Bei abgedunkelter Küche erkennen Sie dann am austretenden Lichtschein undichte Stellen an der Türdichtung ganz einfach.

3. Luftfeuchtigkeit senken

Je geringer die Luftfeuchtigkeit ist, desto weniger Wasserdampf steht im Kühlschrank für die Eisbildung zur Verfügung.

Natürlich lässt sich die Luftfeuchtigkeit nur in begrenztem Maße im Aufstellraum des Kühlschrankes (meistens die Küche) verringern.

Allerdings können Sie beispielsweise durch regelmäßiges Lüften dafür sorgen, dass die Luftfeuchtigkeit nicht übermäßig hoch ansteigt und somit beim Öffnen des Kühlschranks die Eisbildung nicht unnötig vorantreibt.

Falls Sie Ihren Kühlschrank nicht in der Küche sondern an einem anderen Ort betreiben (z.B. in der Garage oder auf dem Balkon), kann möglicherweise auch ein anderer Aufstellort mit geringerer Luftfeuchtigkeit sinnvoll sein.

4. Tür geschlossen halten

Die Türen des Kühlschrankes nur so wenig und kurz wie möglich zu öffnen scheint eine Selbstverständlichkeit zu sein.

Allerdings werden gerade hier oftmals Fehler gemacht, die zu verstärkter Eisbildung führen:

So lassen beispielsweise viele Leute die Kühlschranktür während des Einräumens nach dem Einkauf die ganze Zeit offen stehen.

Auch bei der Entnahme von Lebensmitteln ist es sinnvoll, sich schon vorher zu überlegen, was entnommen werden soll.

Dadurch verhindern Sie, dass Sie bei offener Kühlschranktür erst länger grübeln, was Sie eigentlich entnehmen wollen.

Eine gute Ordnung der Lebensmittel im Kühlschrank hilft zudem dabei, das Gesuchte schnell zu finden (und zu erreichen), um die Tür so schnell wie möglich wieder schließen zu können.

5. Keine warmen Lebensmittel lagern

Wann immer Sie warme Essensreste für den nächsten Tag in den Kühlschrank zurück stellen, fördern Sie verstärkte Eisbildung.

Zusätzlich verbraucht Ihr Kühlschrank dadurch natürlich auch unnötig viel Strom, um den warmen Inhalt herunterzukühlen.

Lassen Sie Lebensmittel deshalb steht erst auf Zimmertemperatur abkühlen, bevor Sie sie in den Kühlschrank stellen.

6. Offene Speisen & Flüssigkeiten abdecken

Neben warmen Speisen sind vor allem offene Lebensmittel und Flüssigkeiten für verstärkte Eisbildung im Kühlschrank verantwortlich.

Das liegt schlicht daran, dass Wasser auch im Kühlschrank permanent verdunstet und dadurch die Luftfeuchtigkeit erhöht, die dann zu verstärkter Eisbildung beiträgt.

Das gilt gleichermaßen für die offenstehende Suppe wie auch für offene Getränke oder andere Flüssigkeiten.

Decken Sie diese stets ab oder füllen Sie sie in verschließbare Behälter um, bevor Sie sie in den Kühlschrank stellen. 

3 Gründe, warum Sie Eisbildung verhindern sollten

1. Mehr Stauraum

Je dicker die Eisschicht an den Innenwänden des Kühl- und Gefrierfachs ist, desto mehr schränkt sie das verfügbare Innenvolumen ein.

Weil dieser Prozess relativ langsam abläuft, bemerken Sie erst relativ spät, dass immer weniger Lebensmittel ins Gefrierfach passen.

Zudem kann es auch dazu führen, dass weiter hinten stehende Produkte sich nur noch schwer aus dem Eisfach herausnehmen lassen, weil die Eisschicht zugenommen hat.

Ebenfalls ärgerlich: dicht an den Wänden stehende Produkte werden von der wachsenden Eisschicht festgeklebt und bei fortschreitender Eisbildung sogar regelrecht umschlungen.

2. Geringerer Stromverbrauch

Wussten Sie, dass Eis isoliert?

Aus diesem Grund muss ein vereister Kühlschrank umso stärker und länger laufen, um die gewünschte Temperatur zu halten, je dicker die Eisschicht ist.

Das erfordert natürlich wesentlich mehr Strom und verursacht somit höhere Kosten.

Die Eisschicht des Kühl- und Gefrierfachs so gering wie möglich zu halten oder bestmöglich zu vermeiden spart also bares Geld.

Und weil wir noch weit entfernt sind von einem aus erneuerbaren Energien gespeisten Stromnetz, schonen Sie dadurch ganz nebenbei auch noch die Umwelt.

3. Längere Lebensdauer

Durch den eben genannten Isolationseffekt einer Eisschicht muss der Kompressor des Kühlschranks häufiger anspringen und länger laufen.

Dieser erhöhte Arbeitsaufwand verkürzt die Lebensdauer des Kühlschrankes und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Reparaturen eher fällig werden als bei einem eisfreien Kühlschrank.

Denn wie viele andere Bauteile des Kühlschrankes gehört auch der Kompressor zu den Teilen, die bei Benutzung verschleißen und früher oder später ersetzt werden müssen (mehr dazu lesen Sie hier).

Weil Kompressoren aber recht teuer sind und praktischen nie wirtschaftlich repariert werden können, bedeutet ein defekter Kompressor insbesondere bei älteren Geräten oft einen Totalschaden.

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