Warum schallt es im Badezimmer? 7 Gründe (& Lösungen)

Warum schallt es im Badezimmer? 7 Gründe (& Lösungen)

Das Badezimmer ist trotz seiner geringen Größe aufgrund der vielen harten Oberflächen und fehlender Schalldämmung besonders anfällig für störende Halleffekte.

Obwohl manche schalldämmende Maßnahmen bereits in der Bauphase ergriffen werden müssen, kann auch im Nachhinein noch Einfluss auf den sich ausbreitenden Schall genommen werden.

Was Sie über schallende Badezimmer wissen müssen, erfahren Sie jetzt.

Warum hallt mein Badezimmer?

Ob und wie intensiv es in einem Raum hallt, hängt vor allem von der Oberflächenbeschaffenheit von Wänden, Decke und Boden ab.

Auch die Größe eines Raumes ist ein ausschlaggebender Faktor: Je größer (und leerer) ein Raum ist, desto hörbarer schallt es.

Außerdem spielt natürlich auch noch die Art der Einrichtung eine Rolle.

Obwohl das Badezimmer in den meisten Fällen ein eher kleiner Raum ist, kommt es aufgrund der vielen harten Oberflächen hier besonders häufig zu Halleffekten.

Insbesondere die in einem Bad zahlreich vorhandenen Fliesen begünstigen die Entwicklung von Schall.

Im Badezimmer fehlen außerdem meist Faktoren, die in anderen Räumen zur Eindämmung des Schalls beitragen: Gardinen, Teppiche, Tapeten.

Ist Hall im Badezimmer ein Problem?

Inwieweit der Hall im Badezimmer als Problem empfunden wird, hängt nicht zuletzt vom individuellen Lärmempfinden ab.

Eine starke Geräuschentwicklung im Bad kann allerdings auch die Nachbarn stören und gerade in einem Mehrfamilienhaus zu einem Missverhältnis zwischen den Mietparteien führen.

Tatsächlich gilt Lärm als der Hauptgrund für viele Nachbarschaftsstreitereien, weshalb es sicher eine gute Idee ist, ihn so weit wie möglich zu vermeiden.

Außerdem ist es natürlich in vielen Fällen unangenehm, wenn die im Bad verrichteten Tätigkeiten allzu deutlich vom näheren Umfeld wahrgenommen werden können.

Der Gesetzgeber nimmt den Hall im Badezimmer durchaus als Problem wahr und hat deshalb verbindliche Grenzwerte festgelegt, die nicht überschritten werden dürfen.

Ein grundlegender Schallschutz im Bad ist also gesetzlich in der DIN 4109 oder der VDI 4100 vorgeschrieben.

Warum schallt es im Badezimmer trotz Möbel?

Wenn es im Badezimmer trotz vorhandener Möblierung nach wie vor stark hallt, dann hat das auch damit zu tun, dass es zwei unterschiedliche Arten von Schall gibt: Luftschall und Körperschall.

Der Luftschall heißt so, weil er sich über die Luft ausbreitet – das ist zum Beispiel bei Stimmen der Fall.

Deshalb hört man manchmal Stimmen sehr deutlich hallen, während andere Geräusche kaum wahrgenommen werden.

Gegen Luftschall hilft tatsächlich Masse – also zum Beispiel das angesprochene Mobiliar oder andere hilfreiche Methoden, die Sie hier erfahren.

Das eigentliche Problem bei einem stark hallenden Badezimmer ist aber meist der Körperschall, der vom Bauwerk selbst übertragen wird.

Hallen Schritte und Bewegungen deutlich über die Raumgrenzen hinweg, handelt es sich meist um Körperschall.

7 Möglichkeiten, den Hall im Badezimmer zu verringern

Es gibt Möglichkeiten, den Hall im Badezimmer zu verringern, ohne tiefgreifende bauliche Maßnahmen zu ergreifen – diese sind allerdings begrenzt.

Oft ist eine einzige der vorgestellten Möglichkeiten gar nicht ausreichend, sondern es ist notwendig, mehrere Maßnahmen miteinander zu kombinieren – immer im Rahmen der Gegebenheiten vor Ort, versteht sich.

1. Läufer

Im Badezimmer festen Teppichboden zu verlegen, ist natürlich keine gute Idee und verbietet sich von selbst.

Speziell für Badezimmer gibt es aber Läufer, die ebenfalls eine schalldämmende Wirkung entfalten und einiges an Geräuschentwicklung schlucken können.

Im Vergleich zu anderen Maßnahmen ist die Anschaffung eines Läufers relativ kostengünstig und mit wenig Aufwand verbunden.

2. Armaturen

Die Wahl der Armaturen spielt für die Entwicklung von Schall im Bad ebenfalls eine Rolle.

Armaturen gibt es in zwei Geräuschklassen, wobei für einen leisen Betrieb gerade in Mehrfamilienhäuser unbedingt Armaturen der Geräuschklasse I zu empfehlen sind, deren Geräuschpegel bei einem Leitungsdruck von 3 Bar die 20 Dezibel nicht überschreitet.

Falls Ihre Armaturen doch zu laut sind, können Sie auf spezielle Dämmelemente für Armaturen setzen, die zwischen Badkeramik und Wand montiert werden.

3. Gardinen

Nicht jedes Bad besitzt ein Fenster, aber falls ein solches vorhanden ist, kann die Installation von badezimmertauglichen Gardinen ebenfalls einen Beitrag zur Schalldämmung leisten.

Bei Gardinen müssen Sie im Bad aber ebenso wie bei einem Duschvorhang und einem Läufer auf eine mögliche Schimmelpilzbildung achtgeben und die entsprechenden Textilien rechtzeitig und regelmäßig in die Waschmaschine stecken.

4. Anti-Dröhn-Matten

Eine schlecht montierte Bade- bzw. Duschwanne kann ebenfalls zu ungewollter Schallausbreitung beitragen.

Das gilt insbesondere dann, wenn Sie auf die Nutzung eines vorgeformten Wannenträgers verzichten.

Für dieses Problem gibt es aber eine einfache Lösung, die auch jederzeit im Nachhinein noch installiert werden kann: Anti-Dröhn-Matten sorgen hier für eine Reduzierung der Schwingungen.

5. Deckenpaneele

Die Decke ist auch im Badezimmer die größte zusammenhängende Fläche und bietet deshalb auch besonders gute Möglichkeiten für einen effektiven Schallschutz.

Es ist relativ einfach möglich, schalldämmende Deckenpaneele zu befestigen, ohne dabei in die eigentliche Bausubstanz des Bades eingreifen zu müssen.

Inzwischen gibt es auch längst Paneele, die in optisch gefälligem Design daherkommen und den baulichen Gesamteindruck Ihres Badezimmers nicht beeinträchtigen.

6. Vorwandinstallation

Die Vorwandinstallation findet zunehmend weite Verbreitung und ist als Lösung für Schallprobleme im Badezimmer sehr beliebt, weil dafür keine Wand aufgestemmt werden muss.

Die Vorwandinstallation verdeckt die gesamte Sanitärtechnik und sorgt gleichzeitig für eine Dämpfung des Schalls.

7. Rohrdämmung

Das in den Rohren fließende Wasser ist für einen maßgeblichen Teil der Geräuschentwicklung im Bad verantwortlich.

Aus diesem Grund sollten Rohrschellen grundsätzlich mit schalldämmenden Einlagen aus Gummi oder Kunststoff versehen sein.

Da der Großteil der Rohre durch die Wände verlegt ist, muss dafür massiv in die Bausubstanz eingegriffen werden, was sich wohl nur in extremen Fällen anbietet bzw. wenn ohnehin Sanitärarbeiten anfallen.

Was reduziert den Schall am effektivsten im Badezimmer?

Die effektivste Reduktion von Schall im Badezimmer findet bereits in der Planungsphase des Baus bzw. der Einrichtung statt.

Weil Schallschutz ein sehr komplexes Thema ist, das eine Menge Sachverstand bedingt, wäre es hier sicher eine gute Idee, die Hilfe eines Fachmanns hinzuzuziehen.

Der effektivste Schallschutz im Bad betrifft die Wände bzw. die Decke und den Fußboden.

Je schwerer eine Wand ist, desto geringer fällt die Geräuschentwicklung aus.

Lässt sich Schallschutz nachträglich im Bad installieren?

Die nachträgliche Installation von Schallschutzmaßnahmen gestaltet sich mitunter schwierig und ist in einigen Fällen tatsächlich nur begrenzt möglich.

Einige Maßnahmen können und müssen bereits beim Bau ergriffen werden, weil ihre spätere Nachrüstung einfach nicht möglich ist – das betrifft zum Beispiel Leichtbauwände, wie sie gerade in Dachwohnungen weit verbreitet sind.

Manche Schallschutzmaßnahmen können aber mit mehr oder weniger großem Aufwand nachgerüstet werden – dazu gehören die bereits vorgeschlagenen Möglichkeiten mit Läufer, Deckenpaneelen etc.

Wenn die eine große Maßnahme nachträglich nicht möglich ist, dann lässt sich mit einem klug gewählten Bündel an kleineren Maßnahmen oft ein ähnlich zufriedenstellender Effekt erzielen.

Auf jeden Fall gibt es eigentlich immer kleinere oder größere Stellschrauben, an denen Sie drehen können, um den Hall im Badezimmer zu reduzieren.

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