Warum spritzt der Wasserhahn? 7 Gründe (& Lösungen)

Warum spritzt der Wasserhahn? 7 Gründe (& Lösungen)

Eine ungewollte Dusche oder Überschwemmung in Bad oder Küche durch eine spritzende Armatur ist ärgerlich.

Doch woran liegt das überhaupt, und was kann man dagegen tun?

Spritzende Armaturen können eine ganze Reihe von Ursachen haben, die bei Weitem nicht nur auf Verkalkungen beschränkt sind.

Glücklicherweise können Sie viele davon relativ einfach selbst beheben.

Was Sie über spritzende Armaturen wissen müssen, und wie Sie das Problem vermeiden, erfahren Sie jetzt.

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Darum spritzt Ihr Wasserhahn (7 Gründe)

1. Perlator verkalkt

Der Perlator – auch Luftsprudler genannt – ist das kleine Sieb, was direkt am Ausfluss Ihrer Armatur eingeschraubt ist.

Mit der Zeit bilden sich am Perlator Kalkablagerungen, welche die Hauptursache für eine spritzende Armatur sind.

Bei besonders wie Kalk können die Ablagerungen zudem zu verringertem Wasserfluss bis hin zum Verstopfen des Wasserhahns führen.

Lösung: Wie Sie den Perlator schnell, einfach und günstig mit Haushaltsmitteln sogar von hartnäckigen Kalkablagerungen befreien, erfahren Sie im Detail hier.

Wie Sie in dem Artikel im Detail sehen, lässt sich Kalk grundsätzlich hervorragend mit Essig oder Zitronensäure lösen – umweltschädliche (und teure) chemische Reiniger sind nicht notwendig.

Tipp: Kalkablagerungen lassen sich zwar entfernen, vermeiden lassen sie sich aber nur dann, wenn Sie einen Hauswasserfilter mit Entkalker installieren.

Denn in vielen Regionen Deutschlands ist das Leitungswasser mehr oder weniger hart, also kalkhaltig.

2. Perlator undicht

Das austretende Wasser kann auch deshalb aus Ihrer Armatur in ungewollte Richtungen spritzen, weil der Perlator entweder nicht richtig eingeschraubt oder defekt ist.

Die meisten Luftsprudler bestehen zwar aus Metall – es gibt allerdings auch günstige Varianten, die aus Kunststoff bestehen.

Bei diesen Perlatoren besteht die Gefahr, dass der Kunststoff mit der Zeit spröde wird und einreißt, wodurch das Wasser dann aus den Bruchstellen herausspritzt.

Lösung: überprüfen Sie den korrekten Sitz Ihres Luftsprudlers – schrauben Sie ihn dazu ggf. heraus, entkalken Sie ihn und setzen Sie ihn dann wieder ein – vergessen Sie die Dichtung dabei nicht!

Bei einem porösen oder eingerissenen Plastik-Modell kommen Sie um einen Ersatz nicht herum. Weil Luftsprudler nicht sehr teuer sind, empfehlen wir Ihnen für den Ersatz ein Modell aus Metall.

3. Perlator fehlt

Weil der Perlator anfällig für Verstopfungen durch Verkalkungen und Schmutzpartikel im Leitungswasser ist, kommt manch einer auf die Idee, ihn einfach komplett zu entfernen.

Auch ein defekter oder schlichtweg abhanden gekommener Luftsprudler führt dazu, dass so manche Armatur ohne diesen Einsatz arbeitet.

Zwar vermeiden Sie ohne eingeschraubten Perlator in der Tat Spritzwasser aufgrund seiner Verkalkung, allerdings entfernen Sie mit ihm auch eine seiner weiteren Funktionen:

Perlatoren sorgen aufgrund der Vermischung des Wasserstrahls mit Luft nämlich auch dafür, dass wesentlich weniger Wasser benötigt wird.

Ohne Luftsprudler am Wasserauslauf müssen Sie Ihre Armatur wesentlich stärker aufdrehen, um denselben Effekt beim Benutzen zu erzielen.

Ein stärkerer Wasserstrahl führt aber in den meisten Fällen eben selbst wieder zu mehr Spritzwasser.

Zusätzlich tritt der Strahl ohne Perlator ungelenkt aus der Armatur aus und trifft damit möglicherweise auf Bereiche im Waschbecken oder der Spüle, wo es stärker spritzt.

4. Auslaufhöhe zu groß

Wenn die Auslaufhöhe Ihres Wasserhahns zu groß ist und nicht auf Ihr Waschbecken oder Küchenspüle abgestimmt ist, kommt es fast immer zu Spritzwasser.

Wie Sie die richtige Armatur für Ihr Waschbecken finden und worauf es dabei ankommt, erfahren Sie hier.

Neben der Ästhetik und dem Funktionsumfang der Armaturen vernachlässigen viele Käufer oftmals zu prüfen, ob die neue Armatur und das Waschbecken bzw. die Spüle bezüglich ihrer Dimensionen auch zueinander passen.

Ein Fehlkauf in dieser Hinsicht – und daraus resultierendes Spritzwasser – lässt sich nämlich nicht ohne Weiteres beheben.

Beachten Sie zudem, dass die Auslaufhöhe nicht vom Auslauf bis zur Auftreffstelle im Waschbecken gemessen wird, sondern vom Fuß der Armatur bis zum Auslauf (mehr zur Definition der Auslaufhöhe lesen Sie hier).

5. Ausladung zu weit

Eng verwandt mit dem Aspekt der Auslaufhöhe ist die sogenannte Ausladung der Armatur, welche bestimmt, wie weit der Auslauf vom Armaturkörper hinausragt.

Auch hier gilt: wenn die Ausladung der Armatur nicht zur Größe und Form des Waschbeckens passt, ist Spritzwasser praktisch unvermeidbar.

Denn die Ausladung einer Armatur bestimmt entscheidend, auf welche Stelle der Wasserstrahl ins Becken oder die Spüle trifft – und bestimmt damit die Spritzwasserbildung ganz wesentlich.

Lösung: weil sich die Ausladung einer Armatur nicht verändern lässt, kommen nur zwei Möglichkeiten in Frage – das Versetzen des Armaturkörpers oder des Waschbeckens.

Beides ist in den meisten Fällen mit viel Aufwand verbunden oder gar nicht möglich. Ausnahme: relativ leicht ist das Versetzen bei Aufsatzwaschbecken möglich.

6. Waschbeckengröße falsch

Wenn die Größe Ihres Waschbeckens oder Ihrer Küchenspüle nicht zu Ihrer Armatur passt, kommt es fast unweigerlich zu Spritzwasser.

Bei den richtigen Dimensionen Ihres Waschbeckens geht es dabei vor allem darum, wie tief, breit und wie hoch es ist, um Spritzwasser zumindest in seinem Inneren zu halten.

Dabei spielt neben den genannten Dimensionen auch die Form des Beckens eine wichtige Rolle:

So wirken flache Waschbecken zwar einzigartig und können gezielte optische Akzente setzen – Spritzwasser lässt sich bei ihnen allerdings nur äußerst schwer vermeiden.

7. Leitungsdruck zu hoch

Ein zu hoher Leitungsdruck kann ebenfalls schnell für ungewolltes Spritzwasser beim Öffnen der Armaturen sorgen.

Im Grunde handelt es sich hierbei um das entgegengesetzte Problem von Armaturen, aus denen zu wenig Wasser kommt.

Überprüfen Sie zunächst am Hauptwasseranschluss (meist im Keller), wie viel bar vom öffentlichen Wasserversorger ankommen – in Deutschland sind 2-8 bar die Norm.

Lösung: Falls zu hoher Leitungsdruck das Spritzen verursacht, drehen Sie bei geöffneter Armatur die Eckventile langsam zu, bis das Spritzen aufhört.

Alternativ können Sie auch einen Druckminderer installieren, mit dem Sie präzise den Wasserduck ablesen und einstellen können.

Welche Armaturen spritzen nicht?

Erfreulicherweise gibt es tatsächlich mittlerweile Armaturen, die praktisch spritzfrei sind.

Spritzfreie Armaturen sind mit einem speziellen Aufsatz am Wasserauslauf ausgestattet, einem so genannten Laminarstrahlregler.

Derartige Laminarstrahlregler erzeugen den physikalischen Effekt der Laminarströmung, bei der sich das Wasser während seiner Fließbewegung nicht verwirbelt.

Diese so entstehende laminare Strömung unterscheidet sich daher deutlich von der sogenannten turbulenten Strömung, die ohne Laminarstrahlregler aus dem Wasserhahn austritt (und bei der Querströmungen und Turbulenzen innerhalb des Wasserstrahls für Spritzen sorgen).

Die gute Nachricht: so gut wie jede herkömmliche Armatur lässt sich mit einem Laminarstrahlregler nachrüsten, weil dieser einfach den vorhandenen Perlator (Luftsprudler) ersetzt.

Eine große Auswahl an Laminarstrahlreglern verschiedener Hersteller finden Sie übrigens im Fach-Onlineshop ManoMano.de:

Sie müssen also lediglich darauf achten, dass Sie einen Laminarstrahlregler in der richtigen Größe auswählen – weil die Gewinde an den Armaturen genormt sind, ist das aber kein Problem.

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