Kann ein Kühlschrank draußen stehen? 7 wichtige Fakten

Kann ein Kühlschrank draußen stehen? 7 wichtige Fakten

Ob aus Gründen des Platzmangels oder der Bequemlichkeit – manchmal scheint ein Kühlschrank im Außenbereich eine gute Idee zu sein.

Doch kann man einen Kühlschrank wirklich ohne Weiteres draußen betreiben?

Wie Sie gleich sehen werden, sind die wenigsten Kühl- und Gefrierschränke für den Außenbetrieb gemacht.

Von vorzeitigem Verschleiß, höheren Stromkosten bis hin zum Totalausfall bringt der Außeneinsatz eher Nachteile als Vorteile.

Was Sie wissen müssen, bevor Sie Ihren Kühlschrank draußen aufstellen, erfahren Sie jetzt.

1. Darf ein Kühlschrank draußen stehen?

Zunächst verbietet Ihnen zwar niemand, Ihren Kühlschrank draußen aufzustellen – insbesondere als Haus- oder Wohnungseigentümer können Sie darüber weitgehend frei entscheiden.

Und selbst Vermieter können Ihnen in den meisten Fällen nicht verbieten, Elektrogeräte wie Kühlschränke oder Trockner beispielsweise auf den Balkon zu stellen.

Lediglich die Bestimmungen zum Lärmbelästigung müssen Sie in beiden Fällen stets beachten – was aber bei den meisten Kühlschränken kein Hindernis sein dürfte.

Eine ganz andere Frage ist, ob der Kühlschrank laut Hersteller draußen betrieben werden darf:

Zwar verbieten die Hersteller das in den meisten Fällen nicht direkt, allerdings weisen sie in den Gebrauchsanweisungen klar auf die Bedingungen des Aufstellortes hin.

Und dabei wird praktisch immer auf die Klimaklassen des Gerätes verwiesen (mehr dazu im nächsten Abschnitt) – welche sich im Außenbereich jedoch praktisch nie dauerhaft einhalten lassen.

Insofern handeln Sie so gut wie immer auf eigenes Risiko, wenn Sie die Herstellervorgaben zum Aufstellort missachten und Ihren Kühlschrank draußen betreiben.

Konsequenz: Sie verwirken dadurch Ihren Gewährleistungsanspruch und bleiben auf den Kosten jeglicher Schäden oder Reparaturen sitzen.

2. Welche Außentemperaturen verträgt ein Kühlschrank?

Für welche Temperaturbereiche Ihr Kühlschrank ausgelegt ist, verrät Ihnen seine sogenannte Klimaklasse.

Die Klimaklasse Ihres Gerätes finden Sie sowohl in seiner Gebrauchsanweisung als auch auf dem Typenschild, welches direkt am Kühlschrank angebracht ist (oft an der Rückseite).

Neben diversen elektrischen Angaben finden Sie dort eine der folgenden Angaben zur Klimaklasse:

KlimaklasseBedeutungTemperaturbereich
SNSubnormal+10 bis +32°C
NNormal+16 bis +32°C
STSubtropisch+16 bis +38°C
TTropisch+16 bis +43°C
Klimaklassen von Kühlschränken

Wie Sie sehen, existieren derzeit 4 Klimaklassen, welche in der Norm EN 62552 geregelt sind.

Wenn Sie Ihren Kühlschrank in Deutschland (oder generell in Mittel- oder Nordeuropa) gekauft haben, wird er sehr wahrscheinlich die Klimaklasse “SN” oder “N” haben.

Das bedeutet also, dass die meisten Kühlschränke hierzulande für Temperaturbereiche zwischen +10°C (oder +16°C) bis +32°C ausgelegt sind.

Darüber hinaus gibt es jedoch auch neuere Geräte einiger Hersteller, die gleich mehrere Klimaklassen abdecken und somit für einen breiteren Temperaturbereich ausgelegt sind.

In solch einem Fall könnte die Klimaklasse beispielsweise “SN-T” lauten, was bedeutet, dass der Kühlschrank im Bereich von +10 bis +43°C betrieben werden kann.

Zudem erlauben einige modernen Geräte bereits den Betrieb ab +5°C. Allerdings wurde die offizielle Norm bisher dahingehend noch nicht erweitert, um solche erweiterten Klimaklassen mit abzubilden.

In jedem Fall verrät Ihnen aber stets Ihr Gerät, Hersteller und die Gebrauchsanweisung zuverlässig den konkreten Temperaturbereich.

Generell gilt: die Hersteller haben jeweils sowohl die mechanischen Komponenten als auch das Kältemittel des Kühlschranks für diesen Temperaturbereich optimiert.

Nur innerhalb der Temperaturen gemäß seiner Klimaklasse bzw. definierten Temperaturbereichs kann ein Kühlschrank energieeffizient, sicher und langfristig betrieben werden.

3. Kann ein Kühlschrank im Winter draußen stehen?

Ob ein Kühlschrank im Winter draußen betrieben werden kann, hängt in erster Linie davon ab, wie kalt es an seinem Stellplatz werden kann.

Wie Sie aus dem vorigen Abschnitt bereits wissen, benötigen die meisten Kühlschränke mindestens +10°C (manche sogar +16°C) Mindesttemperatur.

In Deutschland und ähnlich temperierten Regionen sinken die Temperaturen im Winter praktisch immer teils deutlich unter diese Mindestwerte.

Je nachdem, wie gut geschützt Ihr Außenstellplatz ist, kann dies zwar etwas dabei helfen, den Kühlschrank nicht allzu großer Kälte auszusetzen.

Fakt bleibt aber: bei so gut wie jedem unbeheizten Außenplatz ist es spätestens im Winter unvermeidlich, dass Ihr Kühlschrank wesentlich niedrigeren Temperaturen ausgesetzt wird, als er eigentlich verkraftet.

Selbst einige modernen Kühlschränke, die bereits ab +5°C betrieben werden können, helfen deshalb in kalten Winternächten auch nicht wirklich weiter.

Tatsächlich ist es sogar sehr wahrscheinlich, dass nicht erst im Winter, sondern bereits im Frühling und Herbst die Temperaturen nachts regelmäßig unter den Mindestwert laut Klimaklasse Ihres Kühlschranks fallen.

Wichtiger Hinweis: Sie können Ihren Kühlschrank jedoch durchaus bedenkenlos draußen lagern, solange er ausgeschaltet bleibt.

Die Temperaturbereiche seiner Klimaklasse sind nämlich ausschließlich dann relevant, wenn der Kühlschrank eingeschaltet ist.

4. Geht ein Kühlschrank draußen eher kaputt?

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Ihr Kühlschrank draußen eher kaputt geht – insbesondere dann, wenn die Umgebungstemperaturen außerhalb seiner Klimaklasse liegen.

Das liegt in erster Linie daran, dass die Schmierstoffe im Kompressor des Kühlschranks bei zu niedrigen Temperaturen dickflüssig werden.

Diese einsetzende Zähflüssigkeit reduziert ihre Schmierwirkung, weshalb die mechanischen Komponenten im Kompressor nicht oder nur noch unzureichend geschmiert werden.

Die Folge: der Kompressor erleidet entweder direkt einen mechanischen Defekt, oder der erhöhte mechanische Verschleiß aufgrund der mangelnden Schmierung verkürzt seine Lebensdauer erheblich.

In welchem Umfang und wie schnell der Kompressor schaden nimmt, hängt unter anderem davon ab, wie weit außerhalb des erlaubten Bereichs die Umgebungstemperaturen liegen.

So können Sie davon ausgehen, dass Ihr Kühlschrank in kürzester Zeit verschleißt oder einen Defekt erleidet, wenn Sie ihn bei Minusgraden betreiben. Frost vertragen die Schmiermittel im Kompressor erst recht nicht gut.

Weil ein Kühlschrankkompressor quasi das Herzstück des Kühlschranks ist und so gut wie nie wirtschaftlich repariert werden kann, bedeutet ein Defekt in den meisten Fällen einen Totalschaden des Kühlschranks.

Es gibt zwar einige wenige Modelle, beispielsweise Gefriertruhen von Liebherr, die sogar bei frostigen -15°C betrieben werden können.

Diese frostsicheren Geräte sind allerdings die absolute Ausnahme und falls Ihr Kühl- oder Gefrierschrank nicht explizit darauf hinweist, ist er nicht für Frost geeignet.

5. Verbraucht ein Kühlschrank draußen mehr Strom?

Der Stromverbrauch Ihres Kühlschranks hängt maßgeblich und ganz direkt mit der Umgebungstemperatur zusammen.

Die Energieeffizienz Ihres Kühlschranks sinkt – und sein Stromverbrauch steigt somit – wenig überraschend umso mehr, je höher die Umgebungstemperatur ist.

Wenn Ihr Kühlschrank also im Sommer draußen steht, ist es zwar zunächst unwahrscheinlich, dass die erlaubte Höchsttemperatur laut Klimaklasse überschritten wird (solange das Gerät im Schatten steht).

Allerdings steigt laut Experten der Energieverbrauch um ca. 6% für jedes Grad Celsius höhere Umgebungstemperatur.

Wenn es im Sommer draußen also beispielsweise 25°C im Schatten sind, in Ihrer Küche aber nur 20°C, dann verbraucht Ihr Kühlschrank in diesem Fall draußen ganze 30% mehr Strom als in der Küche.

Weil der Kompressor dann wesentlich häufiger anspringen muss, führt das neben höheren Stromkosten und mehr Geräuschentwicklung zudem auch zum schnelleren Verschleiß Ihres Gerätes.

Doch wussten Sie, dass auch in der kalten Jahreszeit die Energieeffizienz von Kühlschränken sinkt und somit ihr Stromverbrauch steigt?

Diese Tatsache ist für die meisten Menschen überraschend – glauben sie doch, dass ein Kühlschrank umso weniger Strom verbrauchen würde, je kälter er steht.

Das ist jedoch ein Irrglaube. Fakt ist, dass die Energieeffizienz bei den meisten Geräten bereits bei Temperaturen unter +18°C abnimmt – darauf weisen sogar die Hersteller selbst hin.

Der Grund dafür ist im Kältemittel zu finden: es ist nicht optimiert für Umgebungstemperaturen unter +18°C und funktioniert dann weniger effizient.

Fazit: die Energieeffizienz fast aller Kühlschränke sinkt sowohl bei kalten als auch heißen Außentemperaturen und ihr Stromverbrauch steigt somit.

Das gilt selbst dann, wenn die Umgebungstemperaturen noch innerhalb der Klimaklasse des Gerätes liegen (i.d.R. ab +10°C).

6. Was sind geeignete Außenstellplätze?

Falls Sie Ihren Kühlschrank wirklich außen betreiben oder aufstellen wollen, ist in erster Linie der Schutz des Gerätes vor der Witterung wichtig.

Insbesondere Regen, Schnee und direkte Sonneneinstrahlung sollten Sie bestmöglich vermeiden.

Feuchtigkeit kann den Kühlschrank als ein Elektrogerät beschädigen oder zerstören, und UV-Licht lässt das Außenmaterial altern und Kunststoff spröde werden.

Ein überdachter, schattiger und regensicherer Platz ist somit die bestmögliche Option.

Achten Sie zudem darauf, dass sich bei starkem Regen kein stehendes Wasser unter dem Kühlschrank sammeln kann, weil dort viel sensible Technik verbaut ist.

7. Sollte ich den Kühlschrank draußen aufstellen?

In den meisten Fällen sprechen wesentlich mehr Aspekte gegen den Betrieb eines Kühlschranks im Außenbereich als dafür.

Sowohl die möglicherweise recht hohen Temperaturen im Sommer, als auch die teils sehr kalten Jahreszeiten setzen dem Kühlschrank zu und können ihn sogar zerstören.

Im “besten” Fall verursacht der Außenbetrieb Ihres Kühlschranks lediglich wesentlich höhere Stromkosten, als es drin der Fall wäre.

Die verringerte Energieeffizienz wird dabei gleichermaßen durch hohe Temperaturen im Sommer wie auch durch sehr niedrige Temperaturen verursacht.

Sehr wahrscheinlich verkürzt sich durch einen Außenstellplatz die Lebensdauer Ihres Kühlschranks, weil der Kompressor im Sommer deutlich mehr arbeiten muss und im Winter unzureichend geschmiert wird.

Zudem kann es durchaus passieren, dass der Kühlschrank insbesondere in sehr kalten (oder gar frostigen) Temperaturen direkt einen Totalausfall erleidet.

Fazit: Kühlschränke sind für moderate Zimmertemperaturen gemacht und optimiert, wie sie in den meisten Innenräumen herrschen.

Den Betrieb Ihres Kühlschranks im Außenbereich sollten Sie möglichst vermeiden, oder zumindest die genannten Gefahren und Nachteile kennen und bewusst abwägen.

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