Kann ein Kühlschrank auslaufen? 7 wichtige Fakten (& Tipps)

Kann ein Kühlschrank auslaufen? 7 wichtige Fakten (& Tipps)

Wenn aus Ihrem Kühlschrank Wasser ausläuft, steckt dahinter nicht immer zwangsläufig ein technisches Problem.

Kondenswasser läuft beispielsweise gewollt aus dem Kühlschrank ab, und das ist ganz normal.

Andererseits gibt es auch einige Gründe für aus dem Kühlschrank laufendes Wasser, bei denen Handlungsbedarf besteht.

Was Sie über auslaufende Kühlschränke wissen müssen, erfahren Sie jetzt.

1. Kann das Kältemittel des Kühlschranks auslaufen?

Nein, das Kältemittel eines Kühlschranks kann deshalb nicht auslaufen, weil es sich um ein Gas handelt.

Umgangssprachlich häufig irrtümlicherweise als “Kühlmittel” bezeichnet, ist das Kältemittel nämlich keine Flüssigkeit, die auslaufen könnte.

Stattdessen verwenden praktisch alle halbwegs modernen Kühlschränke Bestandteile von Erdgas als Kältemittel – speziell Butan, Isobutan oder Propan.

Diese gasförmigen Kohlenwasserstoffe werden als Kältemittel vom Kompressor durch den geschlossenen Kältekreislauf des Kühlschranks gepumpt.

Übrigens: auch andere Kältemittel als Kohlenwasserstoffe, wie etwa Ammoniak in Absorber-Kühlschränken, sind Gase und können somit ebenfalls nicht “auslaufen”.

Zwar ist es richtig, dass das Kältemittel im Kältekreislauf nicht ständig gasförmig vorliegt, sondern in bestimmten Bereichen kurzzeitig verflüssigt wird.

Allerdings geschieht das aufgrund des sehr hohen Drucks, der vom Kompressor erzeugt wird, um das Kältemittel zur Wärmeabgabe zu bewegen.

Sollte es zu einem Leck im Kältekreislauf Ihres Kühlschranks kommen, würde das Kältemittel entweichen – und zwar als unsichtbares Gas ausströmen.

Ob das Kältemittel in solch einem Fall eine Gefahr darstellt oder giftig ist, erfahren Sie übrigens im Detail hier.

Es ist zudem möglich, dass so ein Leck von einem Zischgeräusch sowie von Gasgeruch begleitet wird – von einem “Auslaufen” kann somit keine Rede sein.

2. Was kann beim Kühlschrank auslaufen?

Weil nur bei Flüssigkeiten die Rede von “Auslaufen” sein kann, stellt sich die Frage, welche Flüssigkeiten beim Kühlschrank überhaupt vorkommen.

Kondenswasser

Eine solcher Flüssigkeiten, die in jedem Kühlschrank vorkommt, ist das Kondenswasser, welches sich im Inneren des Gerätes unvermeidlich bildet.

Übrigens: eben genau deshalb, weil sich die Bildung von Kondenswasser in Kühlschränken nicht verhindern lässt, muss es aus ihnen konstant ablaufen können.

Insofern handelt es sich bei Kondenswasser um eine bewusste, gewollte und erwünschte Form des Auslaufens Ihres Kühlschranks.

Allerdings sind die auslaufenden Mengen so gering, dass es sich im Normalfall eher um ein Tropfen als Auslaufen handelt (mehr dazu weiter unten).

Sollte das Ablaufloch allerdings verstopft oder vereist sein, staut sich das Wasser im Inneren Ihres Kühlschranks und kann zu verschiedenen unerwünschten Problemen führen (mehr dazu hier).

Im ungünstigsten Fall kann sich sogar soviel Wasser im Kühlschrank sammeln, dass es Ihnen beim Öffnen der Tür entgegen läuft.

Abtauende Eisschicht

Eng verbunden mit dem Kondenswasser ist die Eisschicht, die sich in erster Linie im Gefrierfach Ihres Kühlschranks bildet.

Tatsächlich ist die Ursache dieser Eisbildung dieselbe wie für Kondenswasserbildung – mit dem Unterschied, dass die Oberfläche kälter als 0°C ist und das Kondenswasser deshalb gefriert.

Doch Eis kann nicht nur im Gefrierfach entstehen: auch in einem zu kalt eingestellten Kühlschrank kann sich zumindest in gewissen (besonders kalten) Bereichen der inneren Rück- oder Seitenwand eine Eisschicht bilden.

Wenn sich die Temperatur dann später erhöht oder Sie das Gerät bewusst abtauen, kann in kurzer Zeit relativ viel Schmelzwasser entstehen, was zum Auslaufen führt.

Bei modernen No-Frost Geräten bildet sich zwar im Gefrierfach selbst keine Eisschicht und Sie müssen diese Geräte auch nicht mehr manuell abtauen.

Allerdings findet auch bei No-Frost Eisbildung statt – nur eben an anderer Stelle, weil die kalten Verdampferröhren (Kühlelemente) außerhalb des Geräts verbaut sind.

Durch einen regelmäßigen, automatischen Abtauzyklus werden diese Kühlelemente vom Eis befreit, und es entsteht auch dort Tauwasser, was abtropft und verdunstet.

Kühlschrankinhalt

Neben dem Tau- und Kondenswasser kommen für ein Auslaufen Ihres Kühlschranks ansonsten also nur noch Ursachen in Frage, die Sie selbst in das Gerät gebracht haben.

Dazu zählen in erster Linie offene oder undichte Getränke, aber auch beschädigte Verpackungen und Speisebehälter sowie verdorbene Lebensmittel, die Flüssigkeiten absondern.

Auch besonders warme Speisen und nicht abgedeckte Suppen oder andere Flüssigkeiten können kurzfristig für besonders starke Kondenswasserbildung sorgen.

3. Ist ein auslaufender Kühlschrank defekt?

Wenn aus Ihrem Kühlschrank Wasser austritt, ist ein technisches Problem zwar unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen.

Um sicher festzustellen, ob Ihr Kühlschrank defekt ist, müssen Sie also die Ursache des austretenden Wassers ausfindig machen.

Handelt es sich lediglich um das Kondenswasser, welches aus dem Ablaufloch herausläuft?

Das ist ein ganz normaler Vorgang und kein Anzeichen eines technischen Problems.

Auf ein technisches Problem deutet vielmehr hin, wenn sich plötzlich relativ große Mengen Wasser in Ihrem Kühl- oder Gefrierschrank befinden oder auslaufen.

Häufigste Ursache dafür: ein defekter Temperatursensor oder Thermostat, weshalb die Temperaturregulierung des Kühlschranks nicht mehr funktioniert.

Grundsätzlich gilt: wenn der Kühlschrank zu stark oder nicht mehr ausreichend kühlt, kann es in beiden Fällen zu Problemen kommen.

Im ersten Fall führt zu starke Kühlung zu vermehrter Eisbildung – teils auch im Kühlschrank selbst – was beim Abtauen zu verstärkter Wasserbildung führt.

Zudem kann es dadurch zur Vereisung des Ablauflochs kommen, was zur Wasseransammlung im Kühlschrank führen kann.

Im zweiten Fall führt zu geringe Kühlung dazu, dass das Gefrierfach auftaut und das abtauende Eis als Tauwasser aus dem Gerät fließt.

Lösung: überprüfen Sie mit Hilfe eines externen Thermometers, ob die Temperaturen sowohl im Gefrierfach (ca. -18°C) als auch im Kühlschrank (2-8°C) im richtigen Bereich liegen.

4. Warum steht Wasser unter dem Kühlschrank?

Wenn sich unter Ihrem Kühlschrank eine Pfütze befindet, ist sehr möglicherweise der Auffangbehälter für das ablaufende Kondenswasser beschädigt oder sitzt falsch.

Überprüfen Sie, ob der Behälter waagerecht und direkt unter dem Ablaufloch sitzt und überprüfen Sie ihn auch auf Risse oder Löcher. Im Zweifel sollten Sie ihn ersetzen.

Ein weiterer häufiger Grund für Wasser unter dem Kühlschrank ist ein Überlaufen dieses Auffangbehälters.

Zum Überlaufen kommt es in der Regel dann, wenn mehr Kondenswasser aus dem Kühlschrank läuft oder von den No-Frost-Lamellen abtaut, als verdunsten kann.

Ursache dafür wiederum ist oftmals ein zu kalter Kühl- und Gefrierschrank, wodurch es zu starker Eisbildung kommt, was beim Abtauen dann zu großen Mengen an Tauwasser führt.

Neben manuell falsch eingestellter Temperatur steckt hinter zu starker Kühlung oftmals aber auch ein defektes Thermostat (was relativ einfach und günstig ersetzt werden kann).

5. Wo fließt das Wasser aus dem Kühlschrank hin?

Grundsätzlich folgt jegliche Flüssigkeit im Kühlschrank den Gesetzen der Schwerkraft und fließt deshalb entlang der Neigung des Kühlschranks.

Wenn Ihr Kühlschrank leicht nach hinten geneigt steht, fließt jegliches Wasser zum Großteil aus dem Ablaufloch nach hinten aus dem Kühlschrank.

Sollte er nach vorne geneigt stehen und / oder große Mengen an Flüssigkeit vorhanden sein, sammeln sich diese am Boden des Innenraumes und kommen Ihnen beim Öffnen der Tür entgegen.

6. Warum läuft mein Kühlschrank hinten aus?

Kühlschränke haben stets hinten einen Ablauf, über den das im Inneren entstehende Kondenswasser nach außen ablaufen bzw. heraustropfen kann.

Der Grund, warum sich das Ablaufloch hinten befindet, hat sowohl praktische als auch technische Gründe:

Zum einen findet die Kondenswasserbildung technisch bedingt oft hinten im Geräteinneren statt. Zum anderen bietet sich die Abführung und Verdunstung des Wassers hinter dem Gerät an.

Das Kondenswasser bildet sich nämlich als Resultat eines natürlichen physikalischen Effekts: wenn relativ warme Umgebungsluft auf die kalten Oberflächen im Kühlschrank trifft, kondensiert die Luftfeuchtigkeit an diesen.

Weil sich bei den meisten Kühlschränken die Kühlelemente (Verdampferröhren) oft in der hinteren Rückwand befinden, ist es dort am kältesten – und es bildet sich da deshalb zuerst und am stärksten Kondenswasser.

Die Tropfen des Kondenswassers laufen dann innen an der Rückwand herunter, und tropfen durch das Ablaufloch außen auf eine Sammelschale über dem Kompressor (der sich baubedingt ebenfalls hinten befindet).

Dort verdunstet das Wasser in kurzer Zeit, insbesondere deshalb, weil es über dem Kompressor relativ warm ist.

7. So vermeiden Sie einen auslaufenden Kühlschrank

Um Probleme mit aus dem Kühlschrank laufenden Wasser zu vermeiden, sollten Sie regelmäßig das Ablaufloch reinigen.

Wenn Sie das in Ihre Routine der Kühlschrankreinigung integrieren, sind Verstopfungen des Ablaufs nahezu ausgeschlossen – und somit unerwünschte Pfützenbildung im Kühlschrank.

Zudem sollten Sie vermeiden, dass Ihr Kühlschrank zu kalt ist, weil das zum einen das Ablaufloch vereisen (und damit verstopfen) kann, was zu Wasseransammlung im Gerät führt.

Zum anderen führt zu starke Kühlung wie oben erwähnt zu vermehrter Eisbildung, was beim Abtauen zu mehr Tauwasser führt (welches eventuell den Sammelbehälter überlaufen lässt).

Wie Sie Wasserbildung in Ihrem Kühlschrank und speziell in und unter dem Gemüsefach vermeiden, erfahren Sie hier.

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