Wie bekomme ich hartnäckigen Kalk von der Duschkabine? (Was wirklich hilft)

Wie bekomme ich hartnäckigen Kalk von der Duschkabine? (Was wirklich hilft)

Kalkablagerungen kennen wir alle – an der Duschkabine scheinen sie jedoch besonders schnell und großflächig aufzutreten.

Jede Menge “Geheimtipps” und “Wundermittel” kursieren dazu im Internet – doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass einige dieser Tipps völlig wirkungslos sind.

Kalkablagerungen lassen sich im häuslichen Bereich ausschließlich mit Säuren effektiv entfernen – beispielsweise Essig oder Zitronensäure.

Wie Sie besonders hartnäckige Ablagerungen loswerden, und was bei verkalkten Duschkabinen speziell zu beachten ist, erfahren Sie jetzt.

So entfernen Sie hartnäckigen Kalk von der Duschkabine

Die unschönen Kalkablagerungen sind chemisch gesehen sogenanntes Calciumcarbonat (CaCO3) und damit eine der am häufigsten vorkommenden Verbindungen auf unserer Erde.

Um die unliebsamen Kalkflecken einfach loszuwerden ist es zunächst hilfreich, die Schwachstelle von Calciumcarbonat zu kennen: Calciumcarbonat ist nämlich sehr empfindlich gegenüber Säuren.

Natürlich gibt es auch mehr oder weniger teure Kalkentferner zu kaufen – allerdings können Sie das gleiche Ergebnis oftmals wesentlich günstiger und umweltschonender erreichen mit natürlichen Mitteln, die Sie wahrscheinlich ohnehin Zuhause haben.

Nutzen Sie aber dennoch in jedem Fall Handschuhe und sorgen Sie für Augenschutz, wenn Sie mit Säuren hantieren.

Essig

Haushaltsüblicher Speiseessig enthält Essigsäure von ca. 5% und ist damit bereits ausreichend sauer, um den Kalkablagerungen zu Leibe zu rücken.

Füllen Sie ihn entweder direkt in eine Sprühflasche oder verdünnen Sie ihn mit 1:1 Wasser.

Es gibt auch höhere konzentrierte Essigessenz mit bis zu 25% Essigsäure, allerdings sollte diese nur verdünnt verwendet werden (und besonders vorsichtig bei der Handhabung sein).

Essig ist nicht nur unschlagbar günstig im Vergleich zu chemischen Kalkreinigern, sondern als Lebensmittel zudem absolut problemlos biologisch abbaubar und somit sehr umweltfreundlich.

Zitronensäure

Ob aus frischen Zitronen, Limetten oder Zitronensäurepulver – Zitronensäure funktioniert als Kalkentferner ebenso gut wie Essigsäure.

Das liegt einfach daran, dass beide nun einmal Säuren sind, und diese chemisch die Kalkablagerungen auflösen.

Zitronensäure hat den Vorteil, dass sie wesentlich angenehmer riecht als Essig – auf der anderen Seite sind Zitronen aber deutlich teurer als Essig.

Einweichzeit entscheidend

Da Sie nun die beiden effektivsten Kalkentferner kennen, geht es zum nächsten Schritt: dem eigentlichen Entfernen der Ablagerungen.

Leider ist es nämlich insbesondere bei hartnäckigen, dicken Kalkablagerungen nicht mit einem kurzen Besprühen und Abwischen erledigt.

Damit die Säure (egal ob Essig- oder Zitronensäure) die Kalkablagerungen auflösen kann, braucht sie vor allem ausreichend Zeit.

Bei stark verkalkten Perlatoren oder Brauseköpfen etwa können dafür schnell mehrere Stunden notwendig sein.

Bei senkrechten Flächen, wie sie bei der Duschkabine der Fall sind, liegt die Schwierigkeit also vor allem darin, der Säure genügend Kontaktzeit mit dem Kalk zu ermöglichen, um ihre Arbeit zu erledigen.

Wenn es sich nur um kleine, nicht besonders starke Kalkflecken handelt, können Sie einfach ein weiches Tuch oder Schwamm mit Essig oder Zitronensäure tränken und solange reiben, bis sich der Kalk löst.

Der Papier-Trick

Bei hartnäckigen Kalkablagerungen, die längere Einwirkzeiten erfordern, gehen Sie folgendermaßen vor:

Legen Sie Toilettenpapier über die Wände der Duschkabine aus und besprühen Sie es mit Essig oder Zitronensäure mittels einer Sprühflasche.

Dadurch kleben die getränkten Papierstreifen an der Kabinenoberfläche und die Säure hat genügend Zeit, den Kalk zu zersetzen.

Lassen Sie das essiggetränkte Klopapier je nach Bedarf ein paar Stunden kleben und besprühen Sie es zwischendurch erneut mit Essig oder Zitronensäure, um ein Abtrocknen zu vermeiden.

Zwar können Sie auch andere dünne und saugfähige Stoffe verwenden, allerdings klebt Toilettenpapier schnell und zuverlässig und erfordert relativ wenig Säure, um getränkt zu werden.

Verwenden Sie jedoch eher Küchenrollen, wenn längere Einweichzeiten notwendig sind, weil diese mehr Flüssigkeit aufnehmen können und dadurch weniger schnell austrocknen.

Abspülen & Wiederholen

Wenn Sie der Säure genügend Zeit gegeben haben, sollte sie die Kalkablagerungen aufgelöst haben und sie nun die Reste mit kaltem Wasser problemlos abspülen können.

Eventuell wischen Sie noch einmal kurz mit einem in Essig oder Zitronensäure getränkten Tuch nach, um verbleibende Kalkflecken zu entfernen.

Sollte es zu Ihrer Zufriedenheit aussehen, müssen Sie nun alles gründlich mit kaltem Wasser abspülen und anschließend gut trockenreiben oder mit einem Duschabzieher trockenziehen.

Falls jedoch immer noch Kalkflecken vorhanden sind, war die Einwirkzeit der Säure nicht lang genug oder sie ist zwischenzeitlich verdunstet oder verlaufen.

Dann wiederholen Sie das Vorgehen einfach erneut – bei wirklich starken Kalkablagerungen ist oft ein Einwirkzeit über Nacht oder sogar über mehrere Tage notwendig.

Insbesondere in solch einem Fall müssen Sie natürlich verstärkt darauf achten, dann regelmäßig Essig oder Zitronensäure nachzusprühen, um der Verdunstung entgegenzuwirken.

Vorsicht bei bestimmten Materialien

Vorsichtig sollten Sie allerdings sein, bevor Sie Essig oder Zitronensäure auf Silikonfugen, Gummidichtungen oder Metallteile geben.

Wenn Sie sich im Internet umschauen, finden Sie zwar haarsträubende, widersprüchliche Informationen dazu: so sagen einige “niemals” Säure auf Gummi zu geben, weil diese ihn porös machen würde.

Fakt ist: Gummi aus Naturkautschuk oder synthetischem Kautschuk ohne Weichmacher können Sie bedenkenlos mit Essig reinigen.

Tatsächlich regenerieren viele Experten sogar Naturkautschuk mit einer Mischung aus Essigsäure und Alkohol, um ihm wieder Elastizität zu geben, die mit der Zeit verloren geht.

Insofern könnte den Gummidichtungen an Ihrer Duschkabine die Essigkur sogar gut tun.

Anders sieht es jedoch bei Silikonfugen, Dichtungen mit Weichmachern sowie bestimmten Kunststoffen oder Metallen aus: diese können durch Essig stumpf, spröde oder korrodiert werden.

Schonender ist dann oft Zitronensäure, allerdings sollten Sie das zuerst an kleinen, unauffälligen Stellen testen.

Häufiger Irrtum: Fallen Sie nicht auf diesen Mythos herein

Oft wird als wahres “Wundermittel” empfohlen, Essig mit Natron zu vermischen oder damit eine Paste zu bilden, die angeblich hervorragend zur Kalkentfernung oder allgemein zur Reinigung diene.

Natron ist die umgangssprachliche Bezeichnung von Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3), auch als Backsoda oder Backnatron bekannt.

Wer auch immer diesen “Geheimtipp” empfiehlt, hat jedoch im Chemieunterricht nicht aufgepasst:

Natriumhydrogencarbonat ist basisch, Essig hingegen sauer – vermischt man Säuren und Basen jedoch miteinander, neutralisieren sie sich.

Bei dieser Neutralisation entsteht in erster Linie Wasser sowie CO2 (weshalb es schäumt und blubbert) sowie ein Natriumsalz.

All diese Reaktionsprodukte sind zwar völlig harmlos, haben aber eben auch keine wesentliche Reinigungswirkung – insbesondere nicht gegen Kalk.

Abgesehen davon lösen ausschließlich Säuren Kalkablagerungen auf, Natron ist als Base für diese Aufgabe völlig ungeeignet.

Wahrscheinlich halten viele Leute die Mischung aus Essig und Natron fälschlicherweise einfach deshalb für einen wirksamen Reiniger oder Kalkentferner, weil sie kräftig schäumt und blubbert – es sieht also effektiv aus.

Sie wissen es nun jedoch besser: Sowohl Essig als auch Backsoda haben zwar für sich allein genommen jeweils viele sinnvolle Einsatzbereiche als häusliche Reinigungsmittel.

Beim Vermischen geht ihre Reinigungswirkung jedoch verloren, weil dann schlichtweg Wasser entsteht – womit sich bekanntlich nur eingeschränkt reinigen lässt.

Die Zeit für diese Reinigungsmethode können Sie sich also getrost sparen – und den Essig sowie die Backsoda weitaus nützlicher verwenden.

Wie entsteht hartnäckiger Kalk in der Duschkabine?

Kalkablagerungen sind in unserem Leitungswasser im Normalfall unvermeidlich, weil es die mineralischen Verbindungen Magnesium- und Calciumhydrogencarbonat enthält – in Gegenden mit besonders hartem Wasser entsprechend mehr.

Diese Verbindungen sind im Wasser gelöst, eigentlich völlig unschädlich und sogar gesund für den Menschen – allerdings wandeln sie sich bei Erhitzen oder Verdunsten des Wassers in das feste, unlösliche Calciumcarbonat (“Kalk”) um.

Als Hauptbestandteil von Marmor ist Calciumcarbonat entsprechend ähnlich hart und widerstandsfähig – weshalb sich Kalk auch nicht einfach wegwischen lässt.

In der Duschkabine ist der Hauptgrund für Kalkbildung in der Regel Spritzwasser, was relativ schnell verdunstet und dann Kalkablagerungen zurücklässt.

Auch besonders warmes oder heißes Duschen führt schneller zu Kalkbildung als kaltes Wasser.

Kann ich Verkalken meiner Duschkabine verhindern?

Weil verdunstendes Spritzwasser die Hauptursache ist, können Sie Kalkentstehung in Ihrer Duschkabine am besten vermeiden, indem Sie so wenig Wasser wie möglich verdunsten lassen.

Heißt konkret: Benutzen Sie nach jeder Dusche den Duschabzieher oder ein trockenes Tuch, um alle Wassertropfen zu entfernen, bevor sie verdunsten können.

Außerdem lagert sich neuer Kalk zuerst und besonders schnell dort an, wo bereits Kalk oder andere Verschmutzungen vorhanden sind.

Deshalb kommen Sie hartnäckigen Kalkablagerungen in der Duschkabine zuvor, indem Sie sie regelmäßig reinigen – neben dem regelmäßigen Abtrocknen.

Ein kurzes Abwischen mit einem in Essig getränkten, weichen Tuch beugt hartnäckigen Ablagerungen effektiv vor.

Eine andere Lösung ist, dass Sie einen Wasserentkalker in Ihrem Hauswasserleitungssystem installieren.

Das ist zwar mit einer Investition verbunden, schützt aber dauerhaft nicht nur Ihre Dusche, sondern alle Wasserentnahmestellen und Geräte im Haus sowie die Leitungen selbst vor Kalk.

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