Kann man Trockner draußen betreiben? Was Sie beachten müssen

Kann man Trockner draußen betreiben? Was Sie beachten müssen

Ob aus Platzgründen, oder um zu hohe Luftfeuchtigkeit oder Lärm zu vermeiden – den Trockner im Freien zu betreiben scheint eine tolle Lösung zu sein.

Doch ist das überhaupt erlaubt – und falls ja – eine gute Idee?

Grundsätzlich spricht zwar in den meisten Fällen zunächst nichts dagegen, den Trockner draußen aufzustellen.

Allerdings müssen Sie dabei dennoch einiges beachten, um weder rechtliche noch technische Probleme zu riskieren.

Was Sie über Trockner im Freien wissen müssen, erfahren Sie jetzt.

Darf man Trockner im Freien betreiben?

Grundsätzlich ist es Ihnen zunächst natürlich nicht verboten, einen Wäschetrockner auf Ihrem Grundstück aufzustellen.

Dieses Recht schließt somit auch Bereiche Ihres Grundstückes ein, die sich im Freien befinden, wie etwa

  • im Garten
  • in einer Scheune
  • in einem Schuppen
  • auf dem Hof
  • unter einem Carport
  • etc.

Und auch ein Trockner auf dem Balkon zählt zum Betrieb im Freien – über diesen Fall erfahren Sie hier mehr.

Falls Sie Mieter sind, haben Sie möglicherweise weniger Stellplätze im Freien zur Verfügung und müssen eventuelle Bestimmungen und Einschränkungen dazu sowohl in Ihrem Mietvertrag als auch in der Hausordnung beachten.

Zu der Frage, ob Sie einen Trockner im Freien betreiben dürfen, sind also eher folgende zwei Aspekte entscheidend:

  1. Lärmbelästigung
  2. Herstellergarantie

Denn obwohl Sie – insbesondere als Grundstückseigentümer – wie gesagt Ihren Trockner draußen aufstellen dürfen, müssen Sie sich dennoch an diverse Lärmschutzgesetze auf EU-, Bundes- und Landesebene halten.

Ein Beispiel dafür ist der § 117 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten (OWiG) zum Thema “unzulässiger Lärm”.

Darin ist geregelt, dass Sie mit einer saftigen Geldbuße belegt werden können, wenn Sie vermeidbaren Lärm erzeugen, der die Nachbarschaft belästigt.

Ob natürlich der Trocknerlärm als “wesentliche Belästigung” gilt, ist im Vorfeld nicht pauschal zu sagen und hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • wie laut ist ihr konkretes Modell
  • wie weit sind die Nachbarn entfernt
  • genereller Geräuschpegel Ihres Wohngebietes
  • Windrichtung
  • Standort (Echo, Schallschutz)
  • uvm.

Zudem gibt es diverse Gesetze, die bestimmte Ruhezeiten vorschreiben, in denen Trocknerlärm besonders schnell problematisch werden kann.

Dazu zählen vor allem die Nachtruhe i.d.R. nach 22:00 Uhr sowie die Vermeidung von Lärm an Sonntagen, Feiertagen sowie eventuelle Regelungen in der Hausordnung über Mittagsruhezeiten.

Der zweite Aspekt betrifft die Garantiebestimmungen des Trockner-Herstellers:

Diese unterscheiden sich zwar in der Regel im Detail, und Sie sollten diese diesbezüglich genau lesen, ob in der Gebrauchsanweisung des Gerätes bestimmte Aufstellorte vorgeschrieben oder verboten sind.

Im ungünstigsten Fall verwirken Sie sonst Ihren Garantieanspruch, falls Sie einmal technische Unterstützung brauchen sollten und sich herausstellt, dass der Aufstellort nicht den vorgeschriebenen Bestimmungen entspricht.

Ganz allgemein lässt sich aber sagen, dass die meisten Hersteller lediglich darauf hinweisen, dass die Geräte vor Frost geschützt werden müssen.

Gehen Trockner draußen eher kaputt?

Ob Ihr Trockner im Freien schneller kaputt geht als drinnen, hängt vor allem vom konkreten Standort ab.

Entscheidend ist, dass der Trockner zu jeder Zeit vor dem direkten Einfluss der Witterung geschützt ist.

Das heißt konkret, dass er weder im direkten Sonnenlicht steht, noch Regen, Schnee oder Frost ausgesetzt ist.

UV-Licht greift nämlich mit der Zeit nicht nur die äußere Farbe an, sondern lässt auch Kunststoffteile schneller altern und spröde werden.

Direkte Nässe durch Regen oder Schnee können im schlimmsten Fall ins Gerät gelangen, da es nicht für den Außeneinsatz gemacht ist und somit nicht wasserdicht ist – Kurzschlüsse können die Folge sein.

Bei drohendem Frost sollten Sie den Trockner entweder an einen frostsicheren Ort bringen oder alternativ jegliches Restwasser aus den Schläuchen und Kondenswasserbehältern entleeren und ihn keinesfalls während der Minusgrade benutzen.

Ist es gefährlich, Trockner draußen zu nutzen?

Vorausgesetzt, Sie beachten die Hinweise aus dem vorigen Abschnitt, geht von der Benutzung eines Trockners im Freien keine höhere Gefahr aus, als wenn Sie ihn in Innenräumen nutzen würden.

Die wichtigsten Aspekte, die im Freien zusätzlich zu beachten sind, sind der Schutz vor direkter Nässe durch Regen sowie vor Frost.

Natürlich dürfen Sie nicht vergessen, dass auch bei Trocknern im Freien stets Brandgefahr besteht, wenn Sie das Flusensieb nicht nach jedem Durchlauf leeren.

Mehr zur Feuergefahr durch Flusen erfahren Sie hier.

Dauert der Trockenvorgang draußen länger?

Oft wird behauptet, dass Trockner draußen weniger effizient wären, mehr Strom verbrauchen oder länger benötigen würden als im Haus betriebene Modelle.

Tatsache ist jedoch, dass derartige Behauptungen stets ohne Belege angeführt werden und in Wirklichkeit nicht haltbar sind.

Trockner sind technisch so gebaut, dass sie in gewissen Bereichen von Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit optimal funktionieren.

Solange diese Bedingungen erfüllt sind, funktionieren Trockner auch im Freien hervorragend und sehr effizient.

Sieht man sich die Gebrauchsanleitungen diverser Hersteller an, wird zudem fast immer darauf hingewiesen, dass die Trocknerleistung abnimmt, wenn die Luftfeuchtigkeit im Raum zu hoch ansteigt.

In einem solchen Fall funktionieren Trockner im Freien sogar besser und effizienter, weil sie draußen natürlich nicht in der Lage sind, die Luftfeuchtigkeit zu beeinflussen – im Gegensatz zu Innenräumen.

Denn was viele Leute verkennen ist die Tatsache, dass beim Trocknerbetrieb in einem kleinen, schlecht belüfteten Raum die relative Luftfeuchtigkeit schnell wesentlich höher steigt, als sie an den meisten Tagen im Freien ist.

Was muss ich bei Trocknern im Freien beachten?

Wenn Sie Ihren Trockner draußen betreiben wollen, müssen Sie zunächst natürlich genau dieselben Standort- und Aufstellbedingungen erfüllen, die das Gerät auch in Innenräumen benötigt.

Diese sind ganz konkret in der Bedienungsanleitung genannt und betreffen unter anderem die Mindestabstände zum Wänden, einen festen, ebenen Untergrund und einiges mehr.

Als nächstes müssen Sie beachten, dass Sie natürlich irgendwie für einen Stromanschluss sorgen müssen – das hört sich einfach an, allerdings dürfen Sie Trockner nicht an Verlängerungskabel anschließen (es besteht Kabelbrandgefahr).

Idealerweise haben Sie also in unmittelbarer Nähe eine Steckdose, die mit dem Standardkabel des Trockners erreicht werden kann.

Wenn Sie einen technisch modernen Kondens- oder Wärmepumpentrockner haben, besitzen einige Modelle einen Kondenswasserschlauch.

Sollten Sie dafür keinen Abfluss haben, können Sie in den meisten Fällen diesen Schlauch aber auch den Kondenswasserbehälter füllen lassen, den Sie dann manuell leeren müssen.

Zu guter Letzt ist der wesentliche Unterschied beim Trocknerbetrieb im Freien natürlich der Schutz vor direkten Witterungseinflüssen.

Sie sollten unbedingt dafür sorgen, dass das Gerät überdacht ist und weder in der Sonne steht, noch Regen abbekommen kann (auch nicht bei starkem Wind).

Sollte die Temperatur unter die vorgegebene Mindesttemperatur des Gerätes fallen (meistens 2-5°C), dürfen Sie das Gerät keinesfalls benutzen.

Besonders bei Kondens- und Wärmepumpentrocknern kann das zum Einfrieren oder Frostschäden der Kondensatoren oder Kondenswasserleitungen führen.

Bei technisch älteren Ablufttrocknern besteht dieses Risiko zwar theoretisch weniger oder gar nicht, weil sie weder Kondensatoren noch Kondenswasserbehälter haben.

Diese Geräte könnten also unter Umständen sogar bei Frost funktionieren – darauf ankommen oder testen sollten Sie es dennoch nicht – und in aller Regel verwirkt das die Herstellergarantie.

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